Neuer Stadtteil wächst heran

Wo sich derzeit noch Schuttberge türmen, soll so schnell wie möglich ein neues, interessantes, funktionierendes und lebenswertes Stadtviertel entstehen. An Investoren mangelt es laut Oberbürgermeister Oliver Weigel nicht. Bild: fph
Vermischtes BY
Bayern
09.03.2016
41
0

Die Planungen für das Benker-Areal gehen in die entscheidende Phase: Die vorbereitende Untersuchung und das städtebauliche Konzept sollen bis Herbst 2016 vorliegen.

Marktredwitz. Der Stadt Marktredwitz bietet sich nach dem Abriss der Benker-Fabrik eine einzigartige Chance: der Bau eines völlig neuen Stadtteils. Die Planungen dazu sind enorm, der Aufwand ist riesig: Insgesamt acht Planungsbüros und Institutionen werden daran beteiligt sein. Immerhin soll auf der Fläche ein neues, interessantes, funktionierendes und lebenswertes Stadtviertel entstehen. Der Stadtrat hat "grünes Licht" für die Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes gegeben.

Bis zum Herbst soll die vorbereitende Untersuchung (VU) abgeschlossen sein und gleichzeitig dazu ein städtebauliches Konzept erstellt werden. In der Stadtratssitzung legte Bauamtsleiter Stefan Büttner den Stand der Dinge dar. Die Abrissarbeiten auf dem Benker-Areal sind demnach weitgehend abgeschlossen. Bei einem Gespräch mit der Regierung von Oberfranken hat die Stadt das weitere Vorgehen abgesprochen, Bayreuth habe seine Unterstützung zugesichert, sagte Büttner. Nachdem sich die Ausgangslage laut Büttner durch die angekündigte Ansiedlung von zwei Behörden grundsätzlich geändert hat, sind parallel mehrere Vorbereitungen notwendig. Das bisherige Sanierungsgebiet Benker umfasst die ehemalige Fabrik und den engeren Bereich entlang der Kösseine. Ziel aller Planungen ist eine räumliche und thematische Erweiterung des bisherigen Sanierungsgebietes, die in einem "Sanierungsbebauungsplan Benker-Areal" münden soll.

Erste Voraussetzung für eine Weiterentwicklung - und die finanzielle Unterstützung - ist die vorbereitende Untersuchung. Bei dieser VU soll ein Planungsbüro den gesamten Bereich zwischen der Dörflaser Hauptstraße und der Leopoldstraße unter die Lupe nehmen. Wie Büttner erläuterte, sollen dabei mögliche Verbindungen zwischen den bestehenden Vierteln und dem zukünftig erweiterten Sanierungsgebiet erkundet werden. Interessant sei etwa, ob das Benker-Areal mit einer weiteren Straße von Dörflas her erschlossen werden oder welche Rolle die Kösseine bei einer Wohnbebauung spielen kann. Die VU ist laut Büttner die formale Voraussetzung für die Neufassung des Sanierungsgebietes. Gleichzeitig soll bis Oktober ein städtebauliches Konzept erarbeitet werden. Dazu wird die Stadt - anders als sonst üblich - bis zu fünf Architektenbüros damit beauftragen, Ideen und Pläne zu entwickeln, wie das Benker-Areal bebaut werden kann. Die Architekten können dabei auf die Ergebnisse der Voruntersuchung zurückgreifen. "Wir können uns dann das jeweils Beste aus den Vorschlägen aussuchen und möglicherweise miteinander kombinieren", so der Bauamtsleiter. Gleichzeitig will Büttner den Kontakt mit Nutzern, Investoren und Anliegern suchen, um bei einem öffentlichen Treffen ein gemeinsames Ziel zu formulieren. Die Arbeit der fünf Architekten wird wiederum vom Planungsbüro Kunnert in Weiden betreut, das als Schnittstelle zum Stadtrat fungiert. Diese Mehrfachbeauftragung sei mit der Regierung abgesprochen. Sowohl die VU als auch das städtebauliche Konzept werden mit 80 Prozent aus dem Städtebauförderprogramm Stadtumbau West gefördert.

Früh an die Öffentlichkeit


Noch befindet sich das ganze Verfahren im Anfangsstadium. Büttner: "Wir werden aber sehr früh an die Öffentlichkeit gehen." Auf jeden Fall sollen die Ergebnisse aus den Entwürfen der fünf Architekturbüros in einen städtebaulichen Rahmenplan münden, der dann als Grundlage für den Sanierungsbebauungsplan dient. Der könnte dann möglicherweise bis Ende 2016 aufgestellt werden. Und wenn alles richtig gut läuft, ist im Jahr 2017 wieder schweres Gerät auf dem Benker-Areal unterwegs. Dann allerdings nicht, um etwas abzureißen, sondern um Häuser zu bauen. An Investoren mangelt es offenbar nicht: Wie Oberbürgermeister Oliver Weigel in der Stadtratssitzung sagte, habe sich schon eine ganze Reihe von Firmen gemeldet.

BedarfsanalyseGleichzeitig zur vorbereitenden Untersuchung und zur Beauftragung der Architekten, was in die Zuständigkeit der Stewog fällt, sowie zum Bebauungsplan, den die Stadt aufstellt, wird es zusätzlich eine Markt- und Bedarfsanalyse geben. Diese übernimmt die Bayerngrund. Die Gesellschaft soll ermitteln, wie eine gesunde Mischung mit Wohnbebauung, Firmen, Behörden und Nahversorgung aussehen kann. (fph)
Wir können uns dann das jeweils Beste aus den Vorschlägen aussuchen und möglicherweise miteinander kombinieren.Bauamtsleister Stefan Büttner
Weitere Beiträge zu den Themen: Marktredwitz (7172)Benker-Areal (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.