Niederbayerische Tüftler wollen Wildunfälle vermeiden
Schee wuid

Mehr Sicherheit dank „Wuidi“. (Foto: Wuidi)
Vermischtes BY
Bayern
20.10.2016
41
0
(Doris Emmer)

Wildwechselunfälle vermeiden helfen und helfen, wenn’s doch passiert will der „Wuidi Wildwechsel Radar“, eine App, die zwei junge Tüftler aus der Niederbayern entwickelt haben. Ein eigener Wildunfall war es, der Alfons Weinzierl und Alexander Böckl aus dem Landkreis Straubing-Bogen 2014 auf die Idee brachte.

Um Gefahrenstrecken schnell und sicher melden zu können, bündelt die App viele Daten. Sie wertet Informationen über vergangene Wildunfälle, die Jahreszeit, die Tageszeit, Brunftzeiten und vieles mehr aus. „Selbst die Fruchtfolge auf einem dem Wald gegenüberliegenden Feld kann schon dafür sorgen, dass mehr Tiere angelockt werden und in der Dämmerung über die Straße laufen“, hebt Weinzierl die Bedeutung scheinbarer Details hervor.

Wenn in einem Bereich erhöhte Wildwechselgefahr besteht, ertönt aus dem Smartphone die Stimme von Bayern-3-Moderator Bernhard. Das Lesen einer Eilmeldung ist nicht nötig. „Damit haben wir uns an die Straßenverkehrsordnung gehalten. Der akustische Warnhinweis ist kurz. Wir wollen damit Ablenkung vom Straßenverkehr vermeiden“, betont Alfons Weinzierl. Sollte es doch zu einem Wildunfall kommen, sagt die App, was zu tun ist. So erfährt der Autofahrer auch, wo er sich befindet, welche Polizeidienststelle er verständigen muss, wer der Jagdrevier-Inhaber ist. „Schon das kann dafür sorgen, dass der Fahrer sich etwas beruhigt.“

Die „Wuidi“-Entwickler wollen alle Schritte bis hin zur Versicherungs-Abwicklung in die App integrieren. Neben dem Wildwechsel-Radar als App für den Autofahrer hat das „Wuidi“-Team ein Revierportal entwickelt. Hier können Jagdrevier-Inhaber Gefahrenabschnitte mit erhöhtem Wildwechsel eintragen.

„Das Bayerische Innenministerium, die Bayerische Polizei, der Bayerische Jagdverband, der Deutsche Landwirtschaftsverlag sowie die Hans-Lindner-Stiftung unterstützen uns bei unserem Projekt“, zählt Alfons Weinzierl wichtige Mitstreiter auf. Mit ihrem Mentor, Professor Dr. Wolfgang Dorner von der Technischen Hochschule Deggendorf, ist sogar ein Geoinformatik-Experte mit im „Wuidi“-Boot.

Das „Wuidi-Wildwechsel-Radar“ kann für Android-Geräte bereits kostenlos getestet werden, eine iOS-Variante folgt in Kürze, versprechen die niederbayerischen App-Entwickler. Das „Wuidi“-Revierportal steht Revier-Inhabern schon jetzt - ebenso ohne Gebühren - zur Verfügung. Mehr Informationen gibt es auf www.wuidi.de.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.