Niederbayern arbeitet Folgen der Unwetter auf
Normalität erst in Monaten

Rettungskräfte suchen in einem von den Wassermassen zum Einsturz gebrachten Haus nach einer vermissten Frau. Es wird lange dauern, bis die Folgen der Katastrophe bewältigt sind. Bild: dpa
Vermischtes BY
Bayern
08.06.2016
27
0

Es wird noch Monate dauern, bis in den Flutgebieten in Niederbayern Normalität einkehrt. Häuser und Wohnungen müssen gebaut, Straßen und Brücken wieder hergestellt werden.

Simbach/Triftern. In den Flutgebieten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn müssen sich die Menschen auf eine lange Aufräum- und Sanierungszeit einstellen. "Es wird Jahre dauern, bis wieder Normalität in den Überflutungsgebieten einkehren kann", sagte der Landrat von Rottal-Inn, Michael Fahmüller (CSU), am Mittwoch. Etwa 1000 Menschen waren alleine in Simbach am Inn obdachlos geworden. Die meisten leben derzeit bei Freunden und Verwandten. Zwei Dutzend Betroffene sind in Pensionen im benachbarten österreichischen Braunau untergebracht. "Das Wichtigste wird sein, Häuser und Wohnungen zu bauen, damit die Menschen wieder eine Heimat haben", betonte Fahmüller.

Sieben Menschen starben, als sich am vergangenen Mittwoch eine Welle aus Schlamm und Geröll durch mehrere Ortschaften wälzte und Schäden in Milliardenhöhe verursachte. Bundesweit zählte der deutsche Wetterdienst in den vergangenen zwei Wochen 3000 Unwetterwarnungen. "Das ist einmalig, seit es das Warnsystem auf Landkreisebene gibt", sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Zuletzt traf es am Dienstag Hamburg. Nach dem schweren Unwetter mit einer Windhose im Hamburger Nordosten sind die Aufräumarbeiten am Mittwoch fortgesetzt worden. Auch in Niederbayern sind Hunderte Einsatzkräfte mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Besonders betroffen waren Simbach am Inn und Triftern. Nach dem Einsatz von Wasserwerfern sind in Triftern die ersten beschädigten Häuser wieder bewohnbar, anders in Simbach. Dort muss der Schlamm noch immer mit Schaufeln aus dem Haus gebracht werden. Mindestens zehn Häuser mussten abgerissen werden, auch um die Helfer nicht zu gefährden. Der Landrat bedankte sich für die von der Staatsregierung angebotenen Hilfspakete - im Kreis Rottal-Inn soll besonders hart getroffenen Bürgern bis zu 100 Prozent des Schadens ersetzt werden.

FC Bayern hilft


Zahlreiche Organisationen und Vereine sammeln seit Tagen Spenden für die Flutopfer. Der FC Bayern München stellte am Mittwoch Soforthilfen von 100 000 Euro zur Verfügung.

Betrug bei SofortgeldMehrere Menschen haben versucht, unberechtigt das Sofortgeld für Flutopfer in Höhe von 1500 Euro zu kassieren. Der Landrat von Rottal-Inn, Michael Fahmüller (CSU), kündigte am Mittwoch juristische Schritte an. Die genaue Zahl der missbräuchlichen Registrierungen und die Höhe des entstandenen Schadens nannte er nicht. (dpa)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.