Onkel soll Leichtgläubigkeit der Mädchen ausgenutzt haben
Missbrauch mit perfider Geschichte

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Bayern
29.06.2016
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Deggendorf. Ein Onkel soll mit einer erfundenen Pentagon-Überwachungsgeschichte zwei Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft behauptete der Mann in SMS-Kurznachrichten an seine Nichte (12) und deren Freundin (14), dass sich das Pentagon in ihre Handys eingehackt habe.

"Auf diese Weise sei eine ständige Überwachung möglich und die Mädchen müssten ab sofort alle ihnen übertragenen Aufgaben erledigen", beschrieb das Landgericht Deggendorf am Dienstag die Geschichte des Mannes. Eine angebliche Mitarbeiterin des US-Verteidigungsministeriums gab den Mädchen demnach Befehle. Sollten sie nicht tun, was die vermeintliche Frau in den SMS sage, werde sie dafür sorgen, dass die beiden in ein Heim kämen. Laut Anklage behauptete der Mann im März 2015 gegenüber den Jugendlichen, er habe von Pentagon-Mitarbeitern mehrere Kuverts erhalten und einen vergifteten Schnaps trinken müssen. Sein Leben könne nur durch Geschlechtsverkehr gerettet werden.

Daraufhin soll es in der Wohnung des Angeklagten mehrmals zum Geschlechtsverkehr und zu anderen sexuellen Handlungen gekommen sein. Erst als die beiden Mädchen im November Zweifel bekamen und den Mann zur Rede stellten, soll er ihnen erklärt haben, dass die Angelegenheit nun erledigt sei.

Der 30-Jährige sitzt seit vergangenem Dezember in Untersuchungshaft. Vom 19. Juli an muss er sich vor dem Landgericht Deggendorf wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 19 Fällen und einer Vielzahl weiterer Sexualstraftaten verantworten.
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