Plädoyer im Wiesn-Prozess
Millionärsverlobte soll fünf Jahre ins Gefängnis

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Bayern
04.08.2016
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München. Die Verlobte eines Hamburger Multimillionärs soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen lebensgefährlicher Messerstiche auf dem Oktoberfest für fünf Jahre ins Gefängnis. Das forderte die Staatsanwältin am Mittwoch vor dem Landgericht München. Sie ging in ihrem Plädoyer von versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung aus; die Anklage hatte noch auf versuchten Mord gelautet.

Die Verteidigung forderte dagegen Freispruch und betonte, die dreifache Mutter (34) habe sich lediglich verteidigen wollen: "In hilfloser Lage sah sie sich einem aggressiven Wüterich gegenüber", sagte ihre Anwältin. Ihr Verteidiger betonte, sie habe sich für den früheren Fußball-Nationalspieler Patrick Owomoyela eingesetzt. Er sprach von "herzhaftem Eingreifen", während alle anderen weggeschaut hätten. "Hasenfüße waren sie alle." Ihr dritter Anwalt sagte, sie sei die einzige gewesen, "die Zivilcourage gezeigt hat". Die Angeklagte verfolgte die Plädoyers unter Tränen. Sie hatte zum Auftakt zugegeben, auf einen Wiesngast eingestochen zu haben, der Owomoyela rassistisch beleidigt habe. Der Mann musste notoperiert werden. Es tue ihr "unglaublich leid", dass sie ihn verletzt habe, sagte die Frau mit kaum hörbarer Stimme. Es vergehe kein Tag, an dem sie nicht daran denke.

Der Prozess hatte nicht nur wegen dem Promi-Faktor mit Multimillionär und Ex-Fußball-Star Aufsehen erregt. Auch hatte ein Zeuge eine Falschaussage zugegeben und eingeräumt, er sei mit 200 000 Euro gekauft worden. Schließlich stellte sich heraus, dass er überhaupt nicht auf der Wiesn war. Der Verlobte der Angeklagten - der Millionär - wurde vorläufig festgenommen.

"Dies alles kann man wirklich als starkes Stück bezeichnen", sagte die Staatsanwältin. Und die Vertreterin der Nebenklage fügte hinzu: "Was bleibt, ist eine beruhigende Erkenntnis: dass man mit Geld nicht alles und auch nicht jeden kaufen kann - auch nicht mit sehr viel davon."
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