Polizei dankt zwei aufmerksamen Bürgern
Bankmitarbeiter lehnt verdächtige Überweisung ab

Nachdem sie am Telefon eingeschüchtert worden war, wollte eine Rentnerin 2500 Euro für angebliche Gewinnspiele in die Türkei schicken. Thomas Ebenhöh lehnte diese Überweisung ab, schickte die Frau zur Polizei und bewahrte sie vor einem empfindlichen Verlust. Bild: hfz
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Bayern
29.01.2016
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Normalerweise erfüllt Thomas Ebenhöh (54) die Wünsche der Kunden, die zu ihm in die Pegnitzer Filiale der Postbank kommen. Anfang Dezember vergangenen Jahres weigerte er sich jedoch, und dafür ist ihm eine 77-jährige Rentnerin heute noch sehr dankbar.

Pegnitz. Wie die Polizeiinspektion Pegnitz am Freitag mitteilte, bekam die Frau damals einen mysteriösen Anruf. Ein Unbekannter forderte sie auf, über den Geldtransferdienst Western Union 2500 Euro in die Türkei zu überweisen. Er behauptete, sie habe jahrelang an Gewinnspielen teilgenommen. Dafür müsse sie jetzt bezahlen.

Die allein lebende Rentnerin kratzte das Geld zusammen und ging damit zur Postbank in Pegnitz, um es zu überweisen. Als er ihr Anliegen hörte, schöpfte Thomas Ebenhöh sofort Verdacht. Er witterte einen Betrugsversuch und lehnte den Auftrag ab. Stattdessen schickte er die 77-Jährige zur Polizei, die eine entsprechende Strafanzeige aufnahm.

Durch seine verantwortungsbewusste Dienstauffassung bewahrte der Bankmitarbeiter eine Rentnerin davor, um ihre Ersparnisse gebracht zu werden.Dienststellenleiter Roland Schmitt

"Gerade, da es leider nicht selbstverständlich ist, dass Bankmitarbeiter den Mut aufbringen, einen Kundenwunsch zu verweigern, schlug die Polizeiinspektion Pegnitz den Bankmitarbeiter für eine Belobigung durch das Polizeipräsidium vor", steht es in einer Mitteilung an die Presse zu lesen. Polizeipräsident Reinhard Kunkel beurteilte den Fall ähnlich und verfasste ein persönliches Dankschreiben, dem er ein kleines Präsent beilegte.

Dienststellenleiter Roland Schmitt überreichte Brief und Geschenk jetzt an Thomas Ebenhöh und würdigte dessen vorbildliches Handeln. "Durch seine verantwortungsbewusste Dienstauffassung bewahrte der Bankmitarbeiter eine Rentnerin davor, um ihre Ersparnisse gebracht zu werden", betonte der Polizeichef.

Hilfreicher ZeugeEin Waischenfelder Bürger rief am 25. Oktober 2015 gegen 1 Uhr bei der Polizeiinspektion Pegnitz an. Er hatte Personen gesehen, die in einem Anwesen in Waischenfeld mit Taschenlampen unterwegs waren. Der Zeuge dachte an eine Straftat. Beamte der Polizeiinspektion Pegnitz schauten sich vor Ort um und gaben erst einmal Entwarnung im Blick auf den vermuteten Einbruch. Allerdings stieg den Ordnungshütern ein Geruch in die Nasen, dem sie nachgingen. Als Ursache des Duftes stießen sie auf eine Plantage mit über 40 Marihuanapflanzen.

"Statt ihre Ernte selbst zu genießen oder gewinnbringend weiter zu verkaufen, haben die verantwortlichen 'Hobbygärtner' eine Strafanzeige der Polizeiinspektion Pegnitz zu erwarten", heißt es in ihrer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung. Der Zeuge, der eigentlich einen Einbruch melden wollte, habe möglicherweise Drogendelikte - vielleicht sogar die Weitergabe an Minderjährige - verhindert. Zum Dank erhielt auch er aus den Händen von Dienststellenleiter Roland Schmitt ein persönliches Dankschreiben des Polizeipräsidenten von Oberfranken sowie ein kleines Präsent. (gw)
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