Polizei in Bayern kämpft mit Fehlalarmen und Trittbrettfahrern
Horror-Clowns der Horror

Dieser Tage könnte man meinen, unzählige Horror-Clowns machen die Straßen unsicher. Tatsächlich sehen die Statistiken der Polizei eher übersichtlich aus. Bild: dpa
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Bayern
27.10.2016
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München. Vor allem Gerüchte um Horror-Clowns machen den bayerischen Polizisten derzeit zu schaffen - wirklich strafrechtlich relevante Fälle gab es bislang hingegen kaum. Das ergab am Mittwoch eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Polizeipräsidien. "Da existieren sehr viele Falschmeldungen", sagte etwa ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Dem gegenüber stehe nur eine geringe Zahl verifizierter Fälle. Da nicht alle Angriffe - vor allem nicht alle angeblichen - erfasst werden, konnten die Behörden keine exakte Zahl nennen. In den Zuständigkeitsbereichen vieler Präsidien ist sie aber einstellig und damit vergleichsweise gering.

"Das Thema beansprucht unsere Personalreserven", sagte ein Sprecher des Präsidiums Oberfranken. Denn die Polizisten gehen vielen Meldungen nach. Bei weitem nicht alle Sichtungen werden den Ermittlern aber gemeldet. Das Präsidium Oberfranken hatte am Dienstag mitgeteilt, dass sich ein 38-Jähriger wegen einer Falschmeldung über eine angeblich gewalttätige Attacke von Horror-Clowns verantworten muss. Ihm drohen eine Geldstrafe - oder im härtesten Fall sogar drei Jahre Haft. Auch wenn ein Horror-Clown gefasst wird, wie etwa in Aschaffenburg geschehen, ermitteln die Behörden gegen ihn wegen Nötigung.

Dass sehr viele Polizisten das Ganze alles andere als lustig finden, wird an einer am Mittwoch von der Inspektion Neutraubling verschickten Mitteilung deutlich. Sie startet mit den Worten: "Vom Grundsatz her wollte sich die PI Neutraubling nicht an die Berichterstattungen bezüglich der Auftritte von Horror-Clowns beteiligen." Aber es gebe schon Presseanfragen. Auch der Sprecher des Präsidiums Oberpfalz sprach von einem "Hype der Medien".

Schade seien die Folgen voraussichtlich für Kinder, die an Halloween einfach nur "Süßes oder Saures" wollten, bedauerte sein Kollege aus Oberfranken. "Die Vorfälle geraten zum Nachteil der Kinder."
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