Pommelsbrunner Kirchengemeinden schauen sich im Sulzbacher Land um
Ökumenisch unterwegs

Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer (stehend )führte durch Geschichte der früheren Sulzbacher Synagoge.
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Bayern
30.10.2016
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Ostwärts zog es die beiden Pommelsbrunner Kirchengemeinden mit ihren Pfarrern Roland Klein und Johannes Schroll. Auf einem gemeinsamen Ausflug erkundeten sie religiöse Ziele im Sulzbacher Land.

Pommelsbrunn. In der alten Herzogstadt besichtigte die Gruppe die frühere Synagoge. Durch das restaurierte Gebäude führte Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer. Er zeigte den winzigen Vorraum, dessen Decke ein symbolischer Himmel mit Sternen ziert und wo ein kleines Wasserbecken die rituelle Reinigung andeutet. Der frühere Betsaal dient heute als Ort der Erinnerung und Begegnung. Dazu sind in moderner Medien- und Ausstellungstechnik viele der geborgenen Schriften ausgestellt und erläutert.

Die Synagoge in klassizistischem Stil mit einer umlaufenden Empore auf Säulen stand seit 1920 leer, weil die jüdische Gemeinde zu klein geworden war. Die Stadt erwarb das Gebäude 1934 und nutzte es als Heimatmuseum, was die Zerstörung verhinderte. Nach dem Krieg ging es in private Hände über, ohne die Substanz merklich zu schädigen, bis es die Stadt 2008 wieder zurückkaufte. Die Restaurierung hat ein Bau- und Geschichtsdenkmal für künftige Generationen geschaffen. Mit dem in der Außenwand eingelassenen Hochzeitstein ist eine Rarität zu sehen.

Im Neukirchner Hof legten die Ausflügler anschließend eine Kaffeepause ein, bevor sie die Informations- und Gedenkstätte St. Martin Ermhof aufsuchten. Archäologen haben dort die Relikte einer vor über 1000 Jahren erbauten Kirche freigelegt. Ihre Grundmauern sind nachgebildet worden; Schautafeln dokumentieren die frühe Christianisierung der Region.

Pfarrer Klein schilderte, wie sich um den romanischem Bau ein Wallfahrtsort entwickelte, bis 1803 die Säkularisation kam und St. Martin in den Besitz des nahen Bauernhofs überging. Der als Schuppen genutzte Bau verfiel zusehends, bevor er - in Unkenntnis seiner historischen Bedeutung - 1979 abgerissen wurde.

Letztes Ziel war Holnstein mit seinem Schloss, an dem ein kleiner Dachreiter samt Uhr auf die eingebaute Kapelle hinweist. "Schlossherrin" Karola Haberler öffnete den Besuchern den kleinen heimeligen Raum, wo die beiden Geistlichen eine ökumenische Andacht mit Gebeten, Lesungen und einer abwechselnden Predigt über das Wirken der Patronin Katharina hielten. Vor etwa 100 Jahren renoviert, strahlen die jahrhundertealten Bänke und Bilder den ruhigen Geist der Geschichte aus. Mit dem Abendessen im nahen Gasthof Weißes Ross ging eine lehrreiche und informative Fahrt bei guter Unterhaltung zu Ende.
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