Präzise Kontrolle bei der OP

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Bayern
27.08.2016
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Chefarzt Dr. Dmitry Dabravolski nutzt ein neuartiges Bildgebungsverfahren beim Operieren im Klinikum Fichtelgebirge. Dies bedeutet ein entscheidendes Plus an Sicherheit für Arzt und Patienten in Nordostbayern.

Marktredwitz/Selb. Chronische Rückenleiden sind weit verbreitet in Deutschland. Hunderttausende Menschen leiden jahrelang, viele verlieren sogar ihren Arbeitsplatz, bevor ihnen eine Wirbelsäulen-Operation hilft. Diese Eingriffe sind immer besser und sicherer geworden. Jetzt geht das Klinikum Fichtelgebirge am Standort Selb einen entscheidenden Schritt weiter: Das im Frühjahr eröffnete Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie und Wirbelsäulentherapie unter der Führung von Chefarzt Dr. Dmitry Dabravolski wurde mit modernster Technik ausgestattet. Das neue bildgebende System "O-Arm" kontrolliert den OP-Fortschritt fast in Echtzeit.

Der "O-Arm" ist in ein Operations-Navigationssystem eingebunden. Der Arzt kann bei der Operation die Bewegungen seiner Instrumente in den jeweils aktuell gewonnen dreidimensionalen Röntgenbildern beobachten. Er kann sein Vorgehen an Probleme anpassen, die ohne solche Aufnahmen während der Operation nicht sichtbar wären, informiert das Klinikum Fichtelgebirge in einer Pressemitteilung. "Mit der Verknüpfung des derzeit modernsten Bildgebungsverfahrens mit der Operations-Navigation steigern die Wirbelsäulen-Chirurgen in Selb die Präzision und Sicherheit des Eingriffes wesentlich. Die Ergebnisse der Behandlung erreichen eine neue Qualität." Der Patient müsse keine Sorge haben, zur Korrektur von Fehlern erneut operiert werden zu müssen.

"Unser ,O-Arm' liefert uns in jeder Phase eines Eingriffs hoch auflösende Röntgenschnittbilder der operierten Körperpartie des Patienten", erläutert Dr. Dmitry Dabravolski. "Das ermöglicht eine bisher kaum denkbare Qualitätskontrolle während der Operation. Sie macht unsere Arbeit sicherer und schafft optimale Voraussetzungen, die Rückenschmerzen der Patienten zu lindern."

"O-Arm" rollt an


Anders als ein Computertomograph kommt der "O-Arm" zum Patienten - nicht umgekehrt. Das Gerät wird an den Operationstisch gerollt, an dem es gerade benötigt wird. Ein Ring, in dem sich die Schnittbildkamera befindet, schließt sich um den Patienten auf dem OP-Tisch. Nach der Aufnahme schwenkt er beiseite, um dem Operateur Platz zu machen. Er kehrt aber auf Kommando beliebig oft exakt an die Stelle der vorherigen Aufnahme zurück.

"Das ermöglicht zum Beispiel bei Wirbel-Fusionen eine bessere Platzierung der Schraube", sagt Dr. Dmitry Dabravolski. "Gerade für minimal invasive Verfahren ist diese intraoperative Kontrolle eine entscheidende Verbesserung." Die Versteifung degenerierter Wirbelsäulen-Partien werde so immer sicherer für die Patienten. "Intraoperative Bildgebung wie beim ,O-Arm' macht es uns möglich, mit innovativen Behandlungsverfahren verantwortlich umzugehen."

Zentrum für WirbelsäulenchirurgieIm April dieses Jahres holte sich die Klinikum Fichtelgebirge gGmbH mit Dr. Dmitry Dabravolski einen versierten Wirbelsäulenspezialisten mit langjähriger Erfahrung für das neue Zentrum ins Haus Selb. Es wurde eine komplett neue Fachklinik eröffnet, um allen Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen aus der näheren und weiteren Umgebung eine qualifizierte und umfangreiche medizinische Versorgung und Hilfe anzubieten. Mit ihm zusammen fing auch Genadi Siegle als Oberarzt in der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie und Wirbelsäulentherapie an. Siegle arbeitete bereits mit Dr. Dabravolski zusammen, so dass für dieses anspruchsvolle Versorgungsgebiet zwei Experten für den Aufbau und Ausbau der Abteilung zur Verfügung stehen. Dr. Dmitry Dabravolski kam 1968 in Weißrussland zur Welt. Der Chirurg erwarb seine umfangreichen Qualifikationen am Belorussischen Wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Traumatologie und Orthopädie und an der Orthopädischen Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Dort dissertierte er über die Diagnostik und Therapiekontrolle von Knochen- und Weichteiltumoren mittels PET (Positronen-Emissions-Tomographie) und promovierte im Dezember 2000. Neben seinem Medizinstudium an der Staatlichen Medizinischen Hochschule Minsk belegte er noch ein Parallelstudium der Germanistik und Anglistik. Danach arbeite er als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitäts- und Poliklinik für Chirurgie und Unfallchirurgie in Bochum und von 2003 bis 2007 als Stations- und Facharzt an der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und Querschnittgelähmte in Bad Berka. Ab 2007 wirkte Dr. Dmitry Dabravolski als Oberarzt im Spine-Zentrum der Orthopädischen Uni-Klinik Greifswald, ab 2009 als Leiter der Wirbelsäulenchirurgie im Vivantes-Klinikum Berlin. Zuletzt war er seit 2010 an der Donau-Ries-Klinik Donauwörth, ebenfalls als Leiter der Wirbelsäulenchirurgie, beschäftigt.
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