Prozess in Landshut
Mordversuch mit Blutverdünner?

Der Vorsitzende Richter Markus Kring steht im Gerichtssaal im Landgericht in Landshut. Eine Krankenschwester aus Niederbayern soll versucht haben, ihren Ehemann zu töten. Über einen längeren Zeitraum soll sie dem 66-Jährigen Blutverdünnungsmittel verabreicht haben. Am ersten Prozesstag schwieg die Angeklagte. Bild: dpa
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Bayern
30.11.2016
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Ihr Mann sollte innerlich verbluten: Mit Blutverdünnungsmitteln hat eine Krankenschwester in Bayern laut Anklage versucht, ihren Mann zu töten. Sie soll es auf sein Erbe abgesehen haben.

Landshut. Eine Krankenschwester soll aus Habgier versucht haben, ihren Ehemann mit Blutverdünner zu töten. Die 65-Jährige muss sich seit Dienstag wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Landshut verantworten. Der 66-Jährige aus Niederbayern litt unter Blutungen aus Mund und Nase, hatte Schwindelanfälle und Sehstörungen.

Normal verhalten


Laut Anklage hatte die Krankenschwester ihrem Ehemann aus Altdorf über einen längeren Zeitraum Blutverdünnungsmittel verabreicht. Einen medizinischen Grund habe es nicht gegeben. Damit das Opfer keinen Verdacht schöpfte, habe die Frau ihr Verhalten ihm gegenüber nicht geändert. Auf einer Urlaubsreise Anfang 2015 hatte das Opfer ungewöhnlich aus Mund und Nase geblutet. Nach der Rückkehr wurde der Mann mehrfach in einem Krankenhaus behandelt, die Ursache konnte aber nicht gefunden werden. Die Symptome wurden schlimmer. Der Ehemann litt unter Schwindelanfällen und Sehstörungen. Im Juni 2015 stürzte er und erlitt eine starke, lange blutende Platzwunde am Kopf. Er kam erneut ins Krankenhaus. Daraufhin stellten die Ärzte eine lebensbedrohliche Konzentration eines Blutverdünnungsmittels fest und retteten ihn.

Vorwurf: Habgier


Weil der 66-Jährige sagte, niemals ein solches Mittel genommen zuhaben, fiel der Verdacht auf die Ehefrau. Kenntnisse über Medikamente habe sie bei ihrer Arbeit als Krankenschwester an einer Münchener Klinik gelernt, sagte die Angeklagte. Dazu zählte auch die Wirkung und Dosierung von Blutverdünnungsmitteln. Zum Vorwurf, sie habe ihren Ehemann töten wollen, äußerte sie sich zunächst nicht. Das Motiv soll Habgier gewesen sein: "Um ihren bisherigen Lebensstil zu sichern, wollte sie an das Erbe des Ehemannes kommen", hatte Staatsanwalt Thomas Rauscher gesagt.
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