Radler mit Speck und Lebkuchen verwöhnt

Oh ja, so ein Anstieg kann ganz schön weh tun: Am Wurmlohpass bei Nagel mussten die frisch gestarteten Teilnehmer nach 20 Kilometern erstmals auf die Zähne beißen. Bild: Uwe von Dorn
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Bayern
01.08.2016
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Schon bei der Aufwärm-Gymnastik hatten die Teilnehmer ihren Spaß am frühen Morgen. Bilder: Bessermann (4)

Durch die BR-Radltour hat Marktredwitz viele neue Freunde gewonnen. Die Teilnehmer sind voll des Lobes. Viele Helfer stemmen ein logistisches Mammut-Projekt.

Marktredwitz. "Gott segne dein Rad, denn in deinem Leben soll alles rund laufen." Was Pfarrer Christoph Schmidt den weit über 1000 Radfahrern am Sonntag mit auf den Weg gibt, könnte das Fazit einer logistischen Meisterleistung sein. Denn nach vielen Monaten der Vorbereitung ist am Wochenende in Marktredwitz wirklich alles rund gelaufen. Hunderte freiwilliger Helfer haben Marktredwitz zu einem Aushängeschild gemacht, haben der Stadt viele neue Freunde verschafft. Beim Aufbruch zur BR-Radltour nach einem fulminanten Frühstück sind alle voll des Lobes.

"Ich bin jetzt schon zum achten Mal mit dabei, aber so einen Empfang habe ich noch nie erlebt." Der ältere Herr aus dem Würzburger Raum freut sich über die vielen Marktredwitzer, die mit Fähnchen winkend am Bahnsteig stehen und die Radler, die in drei Sonderzügen anreisen, willkommen heißen. "Und auch noch Live-Musik bei der Ankunft im Schulzentrum." Im Matratzenlager geht es weiter mit den Überraschungen für die Radfahrer aus ganz Bayern. Denn auf ihren Betten liegen neben Info-Material für die große Nena-Fete und die Radltour auch Lebkuchenherzen der Stadt Marktredwitz. Georg Vollmuth aus Würzburg ist der erste, der die mobile Fahrrad-Werkstatt ansteuert, weil er ein Loch im Mantel seines Zweirads entdeckt hat. Im Nu wird die Sache geregelt. Wer fit ist, macht sich gleich auf den Weg in die Stadt, um das neue Terrain zu erkunden. Nach dem großen Check-in in der Humboldt-Mittelschule, wo die Radler mit Einheits-Westen und vielem mehr ausgestattet werden, genießen die einen Swing und Jazz von der Taktikum-Combo im Pausenhof bei Bratwürsten, Salat und Kuchen. Die anderen lassen sich gemütlich im Stadtzentrum nieder oder haben Spaß am Familienprogramm im Auenpark, wo die "Skyscrapers" aufspielen.

Abends haben alle nur ein Ziel: Nena. Und natürlich die riesige Fete auf dem Benker-Areal (Bericht auf Seite 3). Und auch hier sieht man nur strahlende Gesichter. "Wow! So eine irre Party auf so einem genialen Festplatz. Das erlebt man nicht alle Tage", meint die Dame aus Niederbayern. Und ihr Partner nickt heftig: "Fei echt!"

Das Sahnehäubchen für viele Radler ist das Schlemmer-Frühstück, das manche Helfer auftischen, ohne in der Nacht ein Auge zugetan zu haben. "Wir brauchen Speck und Müllbeutel", schreit Sebastian Macht vom Organisationsteam über die Bänke hinweg. Lebensmittelhändler Patrick Schraml liefert sofort nach. "Knusprigen Speck hatte ich noch nie bei einer Radltour", schwärmt ein Teilnehmer. Die 2000 Scheiben sind im Nu vergriffen. Die Helfer brutzeln Spiegeleier wie am Fließband, der Obstsalat ist komplett aus.

Dabei hatte alles noch katastrophal ausgesehen, nachdem der Himmel unerwartet seine Schleusen geöffnet hatte. "Wir mussten alles umstellen, damit die Leute im Trockenen sitzen können", erzählt Claudia Hiergeist vom Orga-Team, die in völlig durchweichten Klamotten steckt. Doch trotz des Platzregens stehen um 5.59 Uhr die ersten Radler am Eingang und begehren Einlass. "Wenn ich gewusst hätte, was es hier für ein zauberhaftes Frühstück gibt, hätte ich eine Woche lang vorher nichts gegessen", lacht der fröhliche Mann aus Nürnberg.

Oberbürgermeister Oliver Weigel zählt bei der ersten Ausfahrt der BR-Radltour zu den Tages-Radlern, die sich dem Tross anschließen. Wie die 99 Luftballons von Nena sind es exakt 99 Radler, die sich mit auf die erste Etappe machen. Chef-Organisator Wolfgang Slama spricht wohl den meisten Radlern aus dem Herzen, als er zum Abschied versichert: "Wir haben uns sehr wohlgefühlt in Marktredwitz."

Nach einer Schweigeminute zu Ehren der Attentats-Opfer von München machen sich über 1000 Radler auf den 70 Kilometer langen Weg nach Neustadt.
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