Rätselraten um Zukunft des Ex-Bayern-Präsidenten
Uli Hoeneß vorzeitig entlassen

Ex-Fußballmanager Uli Hoeneß wurde nach exakt der Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe entlassen. Der 64-Jährige ist mittlerweile wieder in seinem Haus in Bad Wiessee, das von Medien belagert wird. Bild: dpa
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Bayern
29.02.2016
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Uli Hoeneß hat es geschafft. Er muss nicht mehr ins Gefängnis. Nach 21 Monaten in Haft wurde der 64-Jährige vorzeitig entlassen. Erst einmal will er Urlaub machen, wie es heißt. Im Sommer fällt angeblich die Entscheidung über seine Zukunft beim FC Bayern.

München. Auf dem Weg in die Freiheit begleitet Uli Hoeneß unwillkürlich eine spannende Frage. Wie geht es für ihn weiter bei seinem Herzensclub, dem FC Bayern? Kehrt er auf den Präsidententhron und die große Bühne zurück oder will er nach der Haft einfach nur noch seine Ruhe haben? Ein Uli Hoeneß als Privatier ist kaum vorstellbar. Anders sieht es da bei einem Comeback an der Spitze des Vereins aus.

Erst ein bisschen Urlaub


Der langjährige Patron kann über seine Zukunft als Präsident beim FC Bayern praktisch selbst bestimmen. "Wenn er es werden will, dann wird er es wahrscheinlich werden", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge dieser Tage. "Ich habe mit ihm noch gar nicht gesprochen, was er vorhat. Er hat irgendwo ein Interview gegeben, dass er erstmal ein bisschen Urlaub machen will und sich dann entscheiden will, wie es weiter geht. Keine Ahnung", hielt sich Rummenigge allerdings zurück.

Der Tag der Entscheidung über Hoeneß' Zukunft beim FC Bayern wird mit jedem Tag in Freiheit unweigerlich näher rücken. Vorher steht für den nun freien Mann, dessen Reststrafe auf Bewährung ausgesetzt wird, aber Urlaub mit seiner Ehefrau Susi an. Überstürzen wird er bei seinen weiteren Schritten nichts. Ob er wirklich wieder Präsident werden will, kann er nur selbst nur beantworten. Wenn er es denn schon selbst überhaupt weiß.

"Uli soll erstmal abschalten - und dann wieder einsteigen. In welcher Funktion auch immer. Bayern braucht ihn", erklärte Franz Beckenbauer in der "Bild". In der Liga wäre Hoeneß jedenfalls schon jetzt willkommen. "Das sind Dinge, die muss er für sich selbst entscheiden mit den anderen Verantwortlichen", sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler dem TV-Sender Sky.

Der FC Bayern und Uli Hoeneß - das wird immer zusammengehören. Mit den Basketballern fieberte der 64-Jährige schon am Wochenende beim Pokalfinale in der Halle mit, das Comeback im Stadion rückt auch näher. In den nächsten Monaten "werde ich Fußball genießen, ins Stadion gehen und wieder Fan sein", sagte Hoeneß im "kicker". Sein Platz auf der VIP-Tribüne ist für ihn frei.

Fans, Mitglieder und Freunde würden Hoeneß aber zu gerne auch wieder als Präsidenten sehen. Doch wie wird ein Vorbestrafter, der nach vielen Verdiensten das Recht auf eine neue Chance haben will, von der Öffentlichkeit in diesem prominenten Amt wahrgenommen? "Er hat den FC Bayern mit aufgebaut", sagte Weltmeister Jérôme Boateng, "und ich würde mir wünschen, wenn er wieder zurückkommt."

Die Präsidentenwahl findet im November statt, eine Ämterteilung mit dem aktuellen Präsidenten Karl Hopfner ist eine vorstellbare Variante. Hoeneß würde dann seinen FC Bayern als Präsident führen, Hopfner den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender im Gremium mit den mächtigen Wirtschaftsbossen behalten.

Entscheidung im Sommer


Dass Hoeneß wie in seiner Zeit als Freigänger ausschließlich für die Jugendabteilung arbeitet, gilt als ausgeschlossen. Genug Stimmen der Mitgliederschar sind dem Mann, der für den durch seine Steuerhinterziehung entstandenen Schaden Zahlungen in Höhe von mindestens 43 Millionen Euro leistete, ohnehin gewiss. Im Sommer wird eine Entscheidung von Hoeneß erwartet.

Sein Bruder brachte übrigens eine andere Variante der Lebensplanung ins Gespräch. "Möglicherweise wäre es für Uli besser, ein bisschen mehr das Leben zu genießen, nicht nur immer wieder irgendwelchen Erfolgen hinterherzurennen", sagte Dieter Hoeneß noch im vergangenen Jahr. Doch das wäre für viele eine große Überraschung. (Angemerkt)
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