Reise durch fünf Kontinente

"Es ist toll, was du für Leute auf Reisen kennenlernst": Peggy Biczysko bei der Buchpräsentation in Marktredwitz. Bild: Miedl
Vermischtes BY
Bayern
11.06.2016
25
0
 
"Es ist toll, was du für Leute auf Reisen kennenlernst": Peggy Biczysko bei der Buchpräsentation in Marktredwitz. Bild: Miedl

Peggy Biczysko fasziniert die Zuhörer bei ihrer Buchpräsentation. Die Marktredwitzerin nimmt sie mit an die abenteuerlichsten Plätze des Erdballs.

Von Thomas Scharnagl

Marktredwitz. Wie verhüten Elefanten? Wie klingt ein frühstückendes Nashorn? Und wo gibt es die meisten Silikonbusen? Antworten auf Fragen wie diese gab Peggy Biczysko, als sie vor rund 100 geladenen Gästen in den Räumen der Firma "Heck Wall Systems" in Marktredwitz ihr Buch "Mit Leo zwischen den Ozeanen" vorstellte. Die Frankenpost-Redakteurin nahm die Zuhörer auf eine spannende, abwechslungsreiche und auch abenteuerliche Weltreise mit.

Nachdem ihr Mann Harald Jäckel nach sechsmonatigem Kampf an Lungenkrebs gestorben war, hatte sie sich eine Auszeit von einem Jahr genommen. Die Journalistin bereiste mit dem kleinen Plüschzebra Leo im Gepäck fünf Kontinente, ihre Erlebnisse schrieb sie in einem fast 400 Seiten starken Buch nieder.

Unterhaltsam


Reiseberichte sind nicht jedermanns Sache. Zu belehrend sind sie vielfach. Zu langatmig bisweilen. Das Buch von Peggy Biczysko ist ganz anders. Einen Gähn-Faktor gibt es hier nicht. Es ist kurzweilig, interessant, unterhaltsam. Und oft auch lustig - trotz des harten Schicksalsschlags, den die Journalistin erlitten hat. Der Marktredwitzer Oberbürgermeister Oliver Weigel wollte den gedruckten Reisebericht in den vergangenen Tagen gar nicht mehr aus der Hand legen. Innerhalb kürzester Zeit war er schon auf Seite 90 angelangt, wie er dem Publikum berichtete. "Es ist ein unglaublich tolles Buch", sagte er. "Es ist spannend und lebendig, es nimmt einen mit auf eine Reise." Mit einem Strauß Blumen gratulierte der Oberbürgermeister zum gelungenen Werk; und er richtete noch einen besonderen Wunsch an Peggy Biczysko: "Wir in Marktredwitz haben dich immer gerne bei uns: Ich hoffe, dass du immer zu uns zurückkommst."

Der Wunsch hat seinen Grund: "Wie meine Zukunft aussieht, weiß ich nicht. Ich mache keine Pläne mehr. Aber in meinem Kopf spielt sich ganz großes Kino ab. Auch wenn ich jetzt im beschaulichen Marktredwitz lebe, so ist doch die Welt jetzt mein Zuhause", schrieb sie am Ende ihres Buches. Der Laudator des Abends war Walter Hörmann, Chefredakteur der Tageszeitung "Freies Wort" in Suhl und zuvor langjähriger Chef vom Dienst der Frankenpost. Er kennt Harald Jäckel und Peggy Biczysko schon seit vielen, vielen Jahren. "In neun Stunden von der Braut zur Witwe - wer so etwas erlebt, der braucht eigentlich kein Abenteuer mehr", sagte er und schilderte Peggy Biczsyko als einen Menschen, der ebenso wie Harald Jäckel die Gabe habe, auf andere zuzugehen - und sie auch wieder ziehen zu lassen. Mit dem Buch ermögliche es Peggy Biczysko den Lesern, an ihren Erlebnisse teilzuhaben; und sie zeige den Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Und noch etwas stellte Hörmann fest: "Peggy hat ihr Lachen wiedergefunden."

Das spürten auch die Zuhörer bei der Buchpräsentation, bei der Peggy Biczysko alle mitnahm auf eine Reise, bei der sie rein rechnerisch gesehen die Welt zweimal umrundete. Sie las aus ihrem Buch und sie berichtete frei und mitreißend über ihre Route, die sie auf fünf Kontinente führte, vom Dschungel Südamerikas auf den Inka-Trail nach Machu Picchu, auf die Galapagos-Inseln, zu den Berggorillas in Ruanda und Uganda und in den südafrikanischen Busch und am Schluss wieder nach Europa - nach Rom, Schottland und dann zurück nach Marktredwitz.

Die Journalistin berichtete von abenteuerlichen Touren, von körperlich anstrengenden Ausflügen, von den Schönheiten der Natur, von der Faszination der Tierwelt und vor allem immer wieder von interessanten und hilfsbereiten Menschen: "Es ist toll, was du für Leute auf Reisen kennenlernst." Sie hat in einfachsten Quartieren übernachtet, in noblen Unterkünften sich davon wieder erholt oder auch schon mal einen ausrangierten Schulbus als Häuschen genutzt.

"Weg mit dem Überschuss"


Und sie hat sich liften lassen in Cali in Kolumbien, im Mekka der Silikonbusen: Sie habe ihren permanent leidenden Hundeblick nicht mehr ertragen. "Weg mit dem lästigen Überschuss", rief sie in den Saal und schob nach: "Kann ich nur jedem empfehlen." Ach ja, da war auch noch die Sache mit der Elefanten-Verhütung und den Nashorngeräuschen. Als Teilnehmerin an einem Volontärs-Programm in Südafrika erfuhr Peggy Biczysko, wie Empfängnisverhütung bei Elefanten funktioniert. Die Elefantendamen werden nach ihrem ersten Baby mit einem Pfeil beschossen.

So wird ihnen ein Serum injiziert, das für zwei Jahre für eine Empfängnisverhütung sorgt. Ebenfalls im südafrikanischen Busch spielte die Begegnung mit dem Nashorn. Morgens um 6.20 Uhr hörte die Marktredwitzerin laut schmatzende Kaugeräusche direkt neben dem Zelt, in dem sie lag. Im Flüsterton rief sie zum Nachbarzelt, die Kollegin hatte das Geräusch auch wahrgenommen - und ganz und gar nicht das als aggressiv geltende Spitzmaul-Nashorn im Sinn gehabt: "Ich dachte, du isst Kekse."
Weitere Beiträge zu den Themen: Marktredwitz (7171)Peggy Biczysko (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.