Segen für Zweigstelle der Lebenshilfe in Speichersdorf
Therapeuten Freunde der Eltern

Bürgermeister Manfred Porsch, Pfarrer Sven Grillmeier, Frühfördergesamtleiterin Tanja Küst, Prodekan Dirk Grafe, Küsts Stellvertreterin Silke Weiß, Lebenshilfe-Vorsitzender Karl Haberkorn, Zweigstellenleiterin Eva Holzbeierlein, Franz Malzer, Elke Hofmann, Friedrich Wölfl, Melanie Poese,Geschäftsführer Berthold Kellner und Matthias Mayer (von links) sind froh, dass auch für Speichersdorf und Umgebung eine Frühförderung angeboten werden kann. Bild: hai
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Bayern
23.11.2016
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Die Verantwortlichen der Lebenshilfe Tirschenreuth übergeben die neue Anlaufstelle für Frühförderung ihrer Bestimmung. In die Freude mischen sich aber auch nachdenkliche Töne.

Speichersdorf. Die Pfarrer Sven Grillmeier und Prodekan Dirk Grafe erteilten den Räumen im Oberen Markt 23 den kirchlichen Segen. Dabei kritisierte Grafe auch die wachsende Mentalität, die Kinder nicht mehr Kinder sein lässt. Für ihre Arbeit mit Eltern und Kind wünschte er den Mitarbeitern Nerven und Geduld, das richtige Wort zu finden und die Mädchen und Buben in die Spur zu bringen.

Mit heute 220 Mitarbeitern kümmert sich die Lebenshilfe Kreisvereinigung Tirschenreuth seit der Vereinsgründung 1989 um die Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Entwicklungsrückständen, einer drohenden Behinderung oder einer Behinderung.

Lebenshilfe-Vorsitzender Karl Haberkorn wünschte sich, dass von der interdisziplinären Frühförderung in Speichersdorf Segen ausgehe für Familien und Kinder. Mit frühen Hilfen solle geholfen werden, einer Behinderung vorzubeugen oder diese zu lindern, um Menschen zu integrieren. Bürgermeister Manfred Porsch sprach von einem Tag der großen Freude und der Genugtuung. Zum einen sei es immer wieder schwierig, zwischen der Oberpfalz und Oberfranken Brücken zu bauen: "Ihr habt es geschafft." Zum anderen sei in nicht einmal zwei Jahren eine Einrichtung geschaffen worden, die in großartigen Kooperationen den Kleinsten hilft. In Speichersdorf könne so schnelle, wohnortnahe und kompetente Unterstützung geboten werden.

Neben Eingangsbereich und Personalküche stehen im ehemaligen Schlecker-Markt vier Therapieräume zur Verfügung, berichtete Zweigstellen-Leiterin Eva Holzbeierlein. Acht pädagogisch, psychologisch oder medizinisch ausgebildete Mitarbeiterinnen seien hier tätig. Das Team diagnostiziere, therapiere und fördere Kinder von der Geburt bis zur Einschulung, ergänzte Berthold Kellner. Laut dem Lebenshilfe-Geschäftsführer seien die Kolleginnen nicht nur Therapeuten, sondern "vertraute Ansprechpartner, Ratgeber, Kummerkasten, Mutmacher, Tröster und beste Freundin für betroffene Eltern".

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach einem Frühförderangebot sei Kemnath an räumliche und personelle Grenzen gestoßen. Die Lebenshilfe Tirschenreuth habe deshalb überlegt, "wie wir den betroffenen Eltern helfen und im wahrsten Sinne des Wortes entgegenkommen könnten", berichtete die Leiterin der Frühförderung, Tanja Küst. In der Zweigstelle könnten nun auch Familien aus dem östlichen Landkreis Bayreuth unterstützt werden.

Die Frühförderstelle ist auf dem neusten Stand der Technik, die elektronische Dokumentation an den Datenserver in Mitterteich angeschlossen, erläuterte Kellner. Jeder Mitarbeiter könne sich auch von zuhause aus in das System einloggen und seine Förder- und Therapiearbeit entsprechend vor- und nachbereiten. Gerade der Zugriff auf die entsprechende Dokumentation erleichtere das interdisziplinäre Zusammenspiel der verschiedenen Disziplinen und sichere so die hohen Qualitätsansprüche. Eine eigene Qualitätsbeauftrage kümmere sich fortlaufend um die Verbesserung der Prozesse.

KontaktEltern mit Fragen und Ängsten bezüglich der Entwicklung ihrer Kinder können bei der interdisziplinären Frühförderungsstelle in Speichersdorf ein Beratungsgespräch mit Eva Holzbeierlein (Telefon 09275/9723263) vereinbaren. Nach einer ersten Einschätzung des Entwicklungsstands des Kindes erfolgt mit ärztlicher Zustimmung eine sogenannte "Eingangsdiagnostik". Im Anschluss wird mit den Eltern das Testergebnis besprochen und falls nötig eine Förderempfehlung abgegeben. (hia)
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