Sehr ruhiger Start beim Oktoberfest
Feucht innen und außen

Die Krüge hoch: Im Hofbräuzelt auf dem Oktoberfest ist die Stimmung top. Bilder: dpa
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Bayern
19.09.2016
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Sehr nass, sehr ruhig. Das Oktoberfest hat begonnen. Bunte Schirme unter grauem Himmel prägen das Bild. Trotzdem sind die Veranstalter zufrieden. Sicherheitskontrollen und Rucksackverbot: reibungslos. In den Zelten: Geschäft gut. Fahrgeschäfte: leer.

München. Der Blick zum Himmel: Dieses Mal hat es der Herrgott nicht gut gemeint mit München. Ausgerechnet zum Beginn des Oktoberfestes gießt es wie aus Eimern. Bunte Regenschirme, grauer Himmel. Fahrgeschäfte fahren halb gefüllt. In den Bierzelten bekommen Besucher oft noch einen Platz - seltener als sonst müssen Zelte wegen Überfüllung vorübergehend schließen. So entspannt wie noch nie habe das Oktoberfest begonnen, sagen alle. Die Polizei registriert zehn Prozent weniger Einsätze als sonst und spricht von einem "der ruhigsten und friedlichsten Wiesn-Auftakte der letzten Jahre". Selbst die erste Alkoholvergiftung wird am Samstag "erst" um 15.10 Uhr registriert, Stunden später als in den Vorjahren.

Hoffen auf besseres Wetter


Ungetrübte Stimmung herrscht zwar im Trockenen in den Zelten. An den Fahrgeschäften trauen sich nur sehr Wagemutige auf tropfnasse Sitze. Die Schausteller zucken mit den Achseln. Und hoffen auf besseres Wetter. "Jetzt haben wir so lange einen so schönen Spätsommer gehabt - und ausgerechnet heute fängt es zu regnen an. Das ist ein bisschen schade", sagte Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) zur Eröffnung am Samstag. Sein Hauptwunsch: "Schönes Wetter, am besten ab morgen." Am Sonntag ging das erst einmal nicht in Erfüllung - es regnete weiter.

Es ist die sicherste Wiesn der Geschichte. Überall sind Ordner unterwegs. 450 Kräfte und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr hat die Stadt engagiert. Große Taschen und Rucksäcke sind verboten. Mit dem neuen Konzept reagierten die Veranstalter auf die weltweit gestiegene Terror-Angst. Auch die Polizei zeigt Präsenz.


Video: Kamera 24.tv


Reiter mit zwei Schlägen


Immerhin hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) für einen perfekten Anstich gesorgt. Nur zwei souveräne Schläge brauchte er auf seiner dritten Wiesn zum Anzapfen des ersten Fasses, mit dem er unter dem fulminanten Jubel der Gäste das Volksfest eröffnete. Sein Vorgänger Christian Ude - der Erste, der es überhaupt mit zwei Schlägen schaffte - brauchte dafür viele Jahre.

Die Zahl der Schläge ist eine wichtige Kennziffer für das Ansehen eines OBs in der Stadt. "Auf eine friedliche Wiesn!" Damit stieß Reiter mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf das Gelingen des Volksfestes an. "Auf eine friedliche Wiesn, wo alle gesund kommen und gesund wieder gehen. Das ist das, was wir wollen in München."
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