Sonderausstellung im Naturkundlichen Heimatmuseum beleuchtret Bedeutung der Goldenen Straße
Straßen der Herrscher – Herrscher der Straßen

Über die Ausstellungseröffnung freuen sich (von links): Der Vorsitzende des Museumsvereins, Uli Vogel, Bürgermeister Jörg Fritsch, Historikerin Dörte Hansen, 3. Bürgermeisterin Gabi Bleisteiner und Landrat Armin Kroder. Bild: fm
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Bayern
07.06.2016
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Wie das Leben unter Karl IV. war, beleuchtet eine Sonderausstellung. Anlässlich des 700. Geburtstags des Kaisers öffnet das Naturkundliche Heimatmuseum dafür seine Pforten. Das wurde möglich durch viel ehrenamtliches Engagement und finanzielle Unterstützung der Gemeinde und des Landkreises.

Pommelsbrunn. Ein gutes Verkehrsnetz ist die Voraussetzung von Handel und Wandel. Kaiser Karl IV. schuf deshalb im 14. Jahrhundert die als Goldene Straße bekannte Ost-West-Achse zwischen Prag und Nürnberg.

Eine Sonderausstellung im Naturkundlichen Heimatmuseum beleuchtet nun deren Bedeutung. Zum 700. Geburtstag des Kaisers startet "Straßen der Herrscher - Herrscher der Straßen". Die Ausstellung zählt zu den vielen Jubiläums-Aktivitäten auf deutscher und tschechischer Seite. Die Eröffnung ist vor allem der ehrenamtlichen Arbeit des Museumsvereins und der 3. Bürgermeisterin Gabi Bleisteiner zu verdanken. Uli Vogel, Vorsitzender des Museumsvereins, dankte der Gemeinde für ihre Geldspritze und allen, die sonst noch zum Gelingen beigetragen hatten: dem deutsch-tschechischen Zukunftsfonds, der Historikerin Dörte Hansen und seinen Vereinskollegen.

Beeindruckt von Vielfalt


Landrat Armin Kroder zeigte sich nach wie vor beeindruckt von der hervorragenden Präsentation der Geschichte in drei Museen. Wenn auch Nürnberg und Lauf Schwerpunkte bilden, so sei die regionale Vielfalt der Veranstaltungen entlang der Goldenen Straße zu begrüßen, erklärte der Landrat. Der Landkreis sei daher mit einer Geldspritze beigesprungen.

Aus der Region liegen für die Zeit des 14. Jahrhunderts nur wenige Erkenntnisse vor. Deshalb bringt die Ausstellung den Besuchern vor allem die Verkehrsverhältnisse näher. Die Historikerin Dörte Hansen hatte sich in Archive vergraben, um relevante Daten und Ereignisse für die Ausstellung aufzubereiten.

Florierender Handel


So stellte Hansen fest, dass der Weg zwischen Ost und West, bedingt durch die geografischen Gegebenheiten, bereits früher genutzt wurde. Karl IV. übte dann im zusammenhängenden Herrschergebiet seine Macht durch Burgen aus. Exotische Funde beweisen den florierenden Handel mit entfernteren Gebieten. Dokumente wie Einzelverfügungen und Schilderungen der kaiserlichen Verwalter bezeugten die regen Handelsbeziehungen.

Überfälle und Intrigen


Es gab aber auch Auseinandersetzungen und Intrigen, wusste die Historikerin der Uni Jena zu berichten. Durch die Fehde, also kriegerische Überfälle, versuchte der Adel als Raubritter an Geld zu kommen. Hier schritt der Kaiser ein und verbot dies mit der Einführung des Landfriedens. Reisende konnten sich das Geleit sichern. Sie zahlten einen Betrag und durften dann unbehelligt die Straßen befahren. Die Ausstellung zeigt Fundstücke entlang der Straße und Figuren in mittelalterlichen Szenen.

Im Laufe des Jahres wird es weitere begleitende Vorträge geben. Darauf wies Hansen hin. Das Heimatmuseum ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, es wird kein Eintritt erhoben.
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