Sparkasse geschlossen, Mehlmeiseler sauer
Kredit verspielt

"Wir sind umgezogen". Die "lieben Kunden" haben dafür aber kein Verständnis. Bilder: bkr (2)
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Bayern
03.11.2016
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"Wir sind umgezogen" verkündet ein Plakat an der Tür der Sparkasse am Mehlmeiseler Rathausplatz. Die Filialschließung hat viele in Rage brachte. Im Mittelpunkt der Kritik steht Landrat Hermann Hübner. Ihm wirft manch Mehlmeiseler vor, kein Interesse an den Belangen des Orts zu haben.

Mehlmeisel. Seit 1. November sind die Türen verschlossen. Für die Kunden, besonders für ältere Bürger ein Ärgernis. Auch die Gemeinde hat bereits angekündigt ihren Zahlungsverkehr wie vor der Gebietsreform wieder über die Sparkasse Kemnath, jetzt Teil der Sparkasse Oberpfalz Nord, abzuwickeln. Viele Bürger haben ihr Konto geändert. Im Rathaus haben schon viele neue Kontoverbindungen angegeben. Landrat Hübner wirbt derweil um Verständnis: "Natürlich verstehe ich, dass sich die Mehlmeiseler Sparkassenkunden über die Schließung ihrer Filiale ärgern, die angekündigte Aktion der Gemeinde eines Bankwechsels allerdings nicht. Niemand lässt Mehlmeisel im Stich - weder die Sparkasse Bayreuth, noch der Landrat.

Zum öffentlichen Auftrag stehen die Sparkassen weiterhin, aber wir müssen auch zur Kenntnis nehmen, dass sich das Kundenverhalten verändert hat, auch in Mehlmeisel", so der Landkreischef. In Sachen Bargeldversorgung werde sich die Sparkasse um Alternativen bemühen.

Von der Bargeldversorgung sehen sich alle abgeschnitten, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. "Die Sparkasse Bayreuth hat den Bürgermeister von Mehlmeisel, Franz Tauber, die Installation eines Cash-Points im Rathaus angeboten. Dieses wäre während der Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich, gerade für die ältere Generation", so die Sparkasse. Allerdings lehnte Bürgermeister Franz Tauber in der Gemeinderatssitzung der vergangenen Woche dies ab. Den Gemeindebediensteten ist es nicht zuzumuten, Arbeiten der Sparkasse zu übernehmen. Videoüberwachung, Räumlichkeit und rechtliche Aspekte sprechen dagegen. Die Sparkasse bietet ihren Mehlmeiseler Kunden derweil Beratungstermine im drei Kilometer entfernten Fichtelberg und Hausbesuche an.

Den Zwang zur Umstrukturierung geht laut Sparkasse vor allem vom zunehmenden Online-Verkehr bei Bankgeschäften und in der Nutzung von Karten beim Zahlungsverkehr aus. Auf die anhaltende Niedrigstzinsphase und auf "nicht mehr nachvollziehbare Eigenkapitalvorschriften", verweist Landrat Hübner. Am Montag zumindest deckten sich die Mehlmeiseler nochmal mit Bargeld am Geldautomaten ein. Er war allerdings dann auch bald leer.

Kein Cash-backIn Mehlmeisel ist die letzte Bargeld-Quelle versiegt. Auch ein angedachtes Cash-back-Terminal im Rathaus kommt nicht zustande. Maximal 200 Euro hätte man hier abheben können, die aus der Gemeindekasse geflossen wären. Dieser Betrag wäre der Kommune bei der Bank sofort gutgeschrieben worden. Die Gemeinde hätte jedoch den entsprechenden Betrag vorhalten müssen. Nach aktuellem Stand ist diese Alternative von den Beteiligten verworfen worden. (bkr)
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