Speichersdorfer weitere drei Jahre in Haft
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Bayern
15.04.2016
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Den Aufenthalt eines 29-Jährigen in der Justizvollzugsanstalt verlängerte am Mittwoch Richter Thorsten Meyer um drei Jahre. Der Speichersdorfer musste sich vor dem Bayreuther Amtsgericht erneut wegen zahlreicher Delikte verantworten.

Bayreuth/Speichersdorf. Die Vorwürfe in der Anklageschrift waren umfangreich: Betrug, versuchter Betrug, erschleichen von Leistungen, Diebstahl und Anordnen einer Fahrt ohne Fahrerlaubnis, vorsätzliche Trunkenheit im Verkehr, vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis und vorsätzliches Fahren ohne Versicherungsschutz. Vor Richter Meyer zeigte sich der Mann, der bereits in Nürnberg einsitzt, geständig. Auf Ebay hatte er zwei Mobiltelefone und ein Laptop für knapp 400 Euro angeboten. Das Geld ließ er sich überweisen, doch er dachte nicht daran, die Ware zu verschicken.

Schwer wog auch der Vorwurf, wonach er einer Bekannten seinen Autoschlüssel gegeben und sie zum Fahren mit seinem Auto aufgefordert hatte. Ihm war aber bekannt, dass sie dafür nicht die erforderliche Fahrerlaubnis besaß. Zudem hätte sich die Frau auch aufgrund des Alkoholgenusses nicht ans Steuer setzen dürfen. Prompt erwischte die Polizei das Paar während der Spritztour auf der B 22 nahe Speichersdorf. Der Alkomat zeigte bei der Bekannten 1,53 Promille an.

Ohne "Lappen" unterwegs


Anschließend fuhr der Angeklagte selber mit seinem Auto weiter. Die Polizei stoppte ihn kurze Zeit später am Flugplatz in Speichersdorf. Weil der Alkomat 1,54 Promille anzeigte, stellten die Beamten seinen Führerschein sicher. Unbeeindruckt davon, setzte er sich in den kommenden Wochen weiter hinters Steuer. So zog ihn die Bayreuther Polizei drei Wochen aus dem Verkehr. Weil er inzwischen ohne Versicherungsschutz für sein Auto unterwegs war, beschlagnahmten die Ordnungshüter sein Fahrzeug, um weitere Straftaten zu verhindern.

Vor rund eineinhalb Jahren war der Mann sieben Mal beim Schwarzfahren im Zug erwischt worden. Drei Mal zeigte er dem Schaffner eine abgelaufene Fahrkarte und ein Mal ein Ticket für einen ganz anderen Geltungsbereich. Im Juni 2015 ließ er in einem Speichersdorfer Supermarkt zwei Salami-Sticks und eine Flasche Wein für knapp vier Euro mitgehen.

Das Gericht verzichtete darauf, die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt anzuordnen. Die abgeurteilten Taten seien nicht auf den Hang zum Alkoholkonsum zurückzuführen.
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