Spitzeln für die CIA
Ex-BND-Mitarbeiter zu acht Jahren Haft verurteilt

Der frühere BND-Mitarbeiter soll geheimes Material an die CIA und später auch an die Russen weitergeleitet haben. Bild: dpa
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Bayern
18.03.2016
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München. Ein ehemaliger BND-Mitarbeiter ist wegen jahrelanger Spitzel-Tätigkeit vor allem für den US-Geheimdienst CIA zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Münchner Oberlandesgericht sprach den 32-Jährigen am Donnerstag des Landesverrats und der Verletzung von Dienstgeheimnissen schuldig. Ihm wurde zudem das Wahlrecht aberkannt.

Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Anklage: Die Bundesanwaltschaft hatte für den Mann zehn Jahre Haft wegen Landesverrats in besonders schweren Fällen gefordert. Die Verteidigung hingegen hatte auf eine deutlich niedrigere Strafe plädiert, ohne aber ein konkretes Strafmaß zu nennen. Die Anwälte des Mannes sahen keinen Landesverrat vorliegen, sondern den geringer eingestuften Tatbestand der geheimdienstlichen Agententätigkeit.

Der gelernte Bürokaufmann hatte zwischen 2008 und 2014 mehr als 200 teils brisante Dokumente des Bundesnachrichtendienstes (BND) an die CIA weitergegeben und dafür mindestens 80 000 Euro kassiert. Vor Gericht legte er ein Geständnis ab. Als Motive gab er Langeweile, Frust und Unterforderung an seinem Arbeitsplatz an. Besonders brisant: Unter den weitergegebenen Dokumenten war eine Datenbank mit Tarn- und Klarnamen deutscher Agenten im Ausland. 2014 diente er sich zudem dem russischen Geheimdienst an und lieferte drei BND-Dokumente. Vor Beginn der Zusammenarbeit mit den Russen beendete er den Kontakt jedoch von sich aus wieder.
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