Streit gütlich beigelegt
Minarett-Spitze wird gekappt

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Bayern
01.07.2016
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Es geht um zwei Meter - ein Schwarzbau. Das Minarett der Moschee in Deggendorf ist zu hoch geraten und wird etwas reduziert. Alles halb so schlimm, heißt es im Rathaus. Das Minarett wird nun sogar niedriger als ursprünglich genehmigt.

Deggendorf. Erst beschädigte die Hochwasserkatastrophe vor drei Jahren die Deggendorfer Moschee so schwer, dass ein Neubau notwendig wurde. Und jetzt sorgt ein zu hohes Minarett für Aufregung in der Donau-Stadt. Doch der Streit ist jetzt beigelegt - gütlich beigelegt, wie im Rathaus besonders betont wird.

Die Spitze wird gekappt. "Es ist ein Schwarzbau", sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Donnerstag. Ein Bußgeldverfahren sei daher eingeleitet worden. Der türkisch-islamische Kulturverein habe sich als Bauherr jedoch freiwillig bereiterklärt, die komplette zwei Meter hohe Spitze des Zierminaretts zurückzubauen.

Niedriger als geplant


Dazu reichte der Verein einen Tekturplan ein, der am Mittwoch abgesegnet wurde. "Der darüber hinaus vom genehmigten Plan abweichenden Gestaltung konnte nachträglich zugestimmt werden", heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Das Minarett werde bei einer Gesamthöhe von 15,70 Metern jetzt sogar niedriger als ursprünglich vorgesehen. Die Gespräche seien in sachlicher Atmosphäre verlaufen, schilderte die Stadtsprecherin die Verhandlungen von Oberbürgermeister Christian Moser (CSU) mit den Verantwortlichen des Kulturvereins.

Keinesfalls habe es in der Absicht des Vereins gelegen, "bewusst oder sogar mit dem Ziel einer unerwünschten symbolischen Aussagekraft die geltenden baurechtlichen Bestimmungen zu ignorieren", berichtete die Rathausspitze. Die Vereinsvertreter hätten sich für dieses Versehen entschuldigt. Im Rathaus werden nach den Angaben jedes Jahr bis zu 50 Verstöße gegen Baugenehmigungen aktenkundig. Immer würden in diesen Fällen Bußgeldverfahren eingeleitet. Der Rückbau des Minaretts soll bis Mitte August abgeschlossen sein.

Neubau nach Flut nötig


Die Hochwasserkatastrophe vom Juni 2013 hatte das türkisch-islamische Gemeindezentrum im Stadtteil Fischerdorf so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass ein Neubau unumgänglich war. 2015 hatte der Kulturverein die Baugenehmigung erhalten, vor einem Jahr war der symbolische erste Spatenstich erfolgt.

Der darüber hinaus vom genehmigten Plan abweichenden Gestaltung konnte nachträglich zugestimmt werden.Mitteilung der Stadtverwaltung.
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