Streit unter Flüchtlingen endet tödlich
38-Jähriger aus Somalia vor Gericht

Der Angeklagte im Gerichtssaal des Landgerichts in Landshut mit seinem Verteidiger. Laut Anklage hat der 38-jährige Mann aus Somalia im Februar nach einem Streit in einer Flüchtlingsunterkunft einen 20-jährigen Mitbewohner getötet. Bild: dpa
Vermischtes BY
Bayern
10.08.2016
53
0

Der Streit unter Flüchtlingen um das Verschließen einer Zimmertür endet tödlich. Mehr als 20 mal sticht ein Mann auf seinen Mitbewohner ein. Jetzt steht er vor Gericht.

Landshut. Nach einem tödlichen Streit in einer Flüchtlingsunterkunft in Oberbayern hat der Angeklagte die Tat vor Gericht zugegeben. Er habe seinen Zimmergenossen getötet und bereue die Tat zutiefst, ließ der 38-Jährige am Dienstag über seinen Verteidiger erklären. Der Mann aus Somalia muss sich wegen Mordes vor dem Landgericht Landshut verantworten.

Beide mit Messern


Es habe mehrfach heftigen Streit mit dem Mitbewohner über das Verschließen der Zimmertür in der Unterkunft in Dorfen (Kreis Erding) über Nacht gegeben, berichtete der Angeklagte mit Hilfe einer Dolmetscherin. Am Morgen vor der Tat im Februar hätten sich beide schon mit einem Messer gegenübergestanden. Andere Mitbewohner hätten die zwei aber voneinander getrennt. Stunden später habe ihn sein Zimmergenosse mit lautem Klopfen geweckt und es sei sofort zum Kampf gekommen.

Keine Mordabsicht


"Ich habe niemals gedacht, dass ich ihn mit meinem Messer töten könnte, höchstens verletzen", erläuterte der 38-Jährige. Wie oft er zugestochen habe, wisse er nicht mehr. Eine Mordabsicht bestritt er.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der 38-Jährige seinen 20 Jahre alten Mitbewohner aus dem Senegal mit mehr als 20 Messerstichen getötet. Sie wirft ihm Mord aus Heimtücke vor. Das Opfer starb noch am Tatort. Das Urteil könnte bereits an diesem Mittwoch verkündet werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Flüchtlinge (1359)Asylbewerber (62)Gericht (566)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.