Studie: Schützen stark mit giftigem Schwermetall belastet
Blei im Blut

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Bayern
08.06.2016
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Erlangen/München. Sportschützen sind Studien zufolge oft stark mit dem giftigen Schwermetall Blei belastet. Forscher des Klinikums der Universität München haben bei Kleinkaliber- und Großkaliber-Schützen Mittelwerte von 114 bis 136 Mikrogramm Blei pro Liter Blut gemessen. Einzelne Probanden erreichten sogar Spitzenwerte von rund 500 Mikrogramm Blei pro Liter Blut. Rudolf Schierl vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR). Dieser hatte gemeldet, dass ab einem Wert von 250 Mikrogramm Blei pro Liter Blut laut Umweltbundesamt mit akuten Gesundheitsschäden gerechnet werden müsse. Normal sei ein Wert von etwa 30 Mikrogramm.

Blei eingeatmet


Auch eine bislang unveröffentlichte Untersuchung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen ergab nach Angaben eines Behördensprechers, dass auch bei jugendlichen Schützen, die nur mit Luftdruckwaffen schießen dürfen, die Bleiwerte leicht erhöht sind. "Das sind keine Werte, die jetzt eine akute Vergiftung nach sich ziehen würden. Aber das sind Werte, die langfristig vollkommen unerwünscht sind - insbesondere für kritische Bevölkerungsschichten wie Jugendliche, aber auch Frauen im gebärfähigen Alter", sagte Hermann Fromme vom LGL dem BR. Die Forscher fanden heraus, dass das Blei beim Abschießen der Munition freigesetzt wird. Beim Einatmen gelangt es in die Bronchien und über die Lunge ins Blut. Messungen ergaben, dass sich der Blei-Wert im Blut der Schützen binnen einer Stunde fast vervierfachte, bei Zuschauern verdoppelte. Die Forscher raten daher, keine bleihaltige Munition mehr zu benutzen. Außerdem sollten effektive Lüftungsanlagen eingebaut werden.

Der Bayerische Sportschützenbund teilte mit, es lasse sich kein belastbarer Zusammenhang ableiten. Der Verband kritisierte ferner "widersprüchliche Ergebnisse". Neue Vorschriften zu Lüftungsanlagen trügen zudem dem Schutz der Sportler bereits Rechnung. Würden diese beachtet, bestehe keine Gefahr.
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