Teilen ist Ehrensache

Martin Zeitlhofer (links) und Matthias Siller (Zweiter von links) teilen das Fleisch. Dass jeder sein vorher ausgewähltes Tier bekommt, kontrollieren Elke Siller und Imam Irfan Kutbay (rechts). Bild: fpoz
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Bayern
13.09.2016
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Zum "Kurban Bayrami" ist die gesamte türkische Gemeinde auf den Beinen. Das islamische Opferfest dauert vier Tage und beginnt mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee.

Marktredwitz. Das höchste islamische Fest, das "Kurban Bayrami" wird auch in der türkisch-islamischen Gemeinde in Marktredwitz groß gefeiert. Ähnlich wie das Fest des Fastenbrechens ist es auch beim Opferfest ein Brauch, am Morgen die Moschee zu besuchen und dort gemeinsam zu beten. Bei diesem Fest wird des Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht. Nach muslimischer Überlieferung musste Ibrahim eine göttliche Probe bestehen und bereit sein, seinen Sohn Ismail Allah zu opfern. Doch Allah stoppte das. Als Dank opferten Ibrahim und Ismail im Beisein von Freunden und bedürftigen Menschen einen Widder.

Nach dem Morgengebet am Montag machen sich Marktredwitzer Muslime aller Altersgruppen auf den Weg zum Schlachthof und suchen sich dort ihr Schlachttier aus: 110 Schafe und sieben Rinder. Für das Schlachten der Tiere ist Celal Öztürk, der Vorsitzende des Türkischen Kulturvereins, verantwortlich, der eine entsprechende Ausbildung besitzt. Das Fest des Teilens und der Bruderschaft hat auch bei den jungen Menschen einen hohen Stellenwert, erklärt Imam Irfan Kutbay, der die Schlachtvorgänge mit beaufsichtigt. Celal Öztürk macht deutlich, dass es beim "Kurban Bayrami" vor allem auch darum geht, bedürftige Menschen an diesem Fest teilhaben zu lassen. Seit Generationen ist es daher Brauch, Menschen, die sich kein eigenes Schlachttier leisten können, zu beschenken. So verbleibt ein Drittel des Fleisches bei der eigenen Familie, ein Drittel geht an die Verwandtschaft sowie Freunde und ein Drittel bekommen Arme, Bedürftige und Asylbewerber aus der Region um Marktredwitz. Während des ganztägigen Schlachtens herrscht im Marktredwitzer Schlachthof reger Betrieb und auf mitgebrachten Grillstationen werden schon mal kleinere Speisen zubereitet. Zu den Festtagen gehört es auch, dass die Familien gemeinsam feiern, Freunde, Bekannte und kranke Menschen besuchen, um einfach Gutes zu tun. Ermöglicht haben das islamische Schlachtfest Martin Zeitlhofer und Matthias Siller, die Betreiber des Marktredwitzer Schlachthofes, die eigens für das "Kurban Bayrami" ihren Schlachttag und den der weiteren Nutzer aus den Landkreisen Wunsiedel und Tirschenreuth auf den Samstag vorverlegt haben. Martin Zeitlhofer und Matthias Siller portionieren das Fleisch der Tiere nach Anweisung der jeweiligen Käufer, die nach fortlaufenden Nummern aufgerufen werden. Damit ist auch gewährleistet, dass jeder das Fleisch des vorher von ihm ausgesuchten Tieres erhält.
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