Tödliche Schüsse auf Elfjährige an Silvester
Kraftfahrer in U-Haft

Grablichter und Kerzen erinnern an das getötete Mädchen. Bild: dpa
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Bayern
14.01.2016
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Nach den tödlichen Schüssen auf eine Elfjährige an Silvester in Unterfranken sitzt der mutmaßliche Schütze in Untersuchungshaft. Der Mann wohnte direkt neben dem Tatort. Seine Erklärung für die Tat macht fassungslos.

Bamberg/Oberaurach. Aus Ärger über die Böller und aus Frust soll ein Anwohner das Mädchen erschossen haben. Der 53-Jährige sei ein Bewohner von Unterschleichach, dem Ortsteil von Oberaurach, in dem das Kind getötet wurde, sagte der Bamberger Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager am Mittwoch. Gegen den Schützen wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Der Mann habe eingeräumt, geschossen zu haben, bestritt aber eine Tötungsabsicht. Die Staatsanwaltschaft gehe dennoch davon aus, "dass der Beschuldigte bewusst in Richtung der Personengruppe geschossen hat", sagte Ohlenschlager. Der Beschuldigte wohnt nur wenige Meter vom Tatort entfernt. Er sei in der Nacht allein in seinem Haus gewesen und aufgrund der Trennung von seiner Familie psychisch angeschlagen. Weil er gegen 1 Uhr durch Böller aufgeweckt worden sei, habe er "aus Wut und Ärger über diese Störung und Ärger über seine persönliche Situation" aus seinem Keller eine seiner Kleinkaliberwaffen geholt und aus dem Garten heraus drei- bis viermal in Richtung einer Gruppe geschossen. Dabei traf er das elfjährige Mädchen, das kurze Zeit später starb.

Rund 60 Waffen überprüft


Bereits am 1. Januar stellte die Polizei im etwa 450 Einwohner zählenden Ort rund 60 Kleinkaliberwaffen sicher und überprüfte alle Waffenbesitzer in Tatortnähe. Bei seinen Vernehmungen - damals noch als Zeuge - machte der 53-Jährige Angaben, die sich später durch andere Zeugen als falsch herausstellten.

"Dass seine Angaben in wesentlichen Dingen nicht stimmten, hat den Fokus auf ihn gelegt", sagte Ohlenschlager. Außerdem passe eine seiner Waffen zu der Tat. Der Mann habe auch angegeben, mit dieser Waffe in der Silvesternacht geschossen zu haben. Das Ergebnis der ballistischen Untersuchung steht aus.

Der unverheiratete Vater eines Kindes habe sich nicht selbst gestellt, sondern sei am Arbeitsplatz festgenommen worden. "Er stand deutlich unter psychischem Druck und war sichtlich erleichtert, dass man ihm auf die Spur kam", sagte Oberstaatsanwalt Christopher Rosenbusch. Der Kraftfahrer in einer Justizvollzugsanstalt sei wegen psychischer Probleme seit längerem in Behandlung gewesen.

Der 53-Jährige habe die Waffe aufgrund einer früheren Mitgliedschaft im Schützenverein legal besessen, sagte Ohlenschlager. Insgesamt habe er vier Waffen besessen, zwei davon Kleinkaliberwaffen. Die Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" forderte erneut ein Verbot tödlicher Sportwaffen. Der Tod des Mädchens zeige, dass das Risiko nicht beherrschbar sei, so ein Sprecher der Initiative. (Angemerkt)
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