Tödliche Unfälle auf der A6
Fünf Tote binnen Stunden

Nach den tödlichen Unfällen wird über die Ruhezeiten der Lastwagenfahrer diskutiert. Symolbild: dpa
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Bayern
19.05.2016
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Gleich zwei fürchterliche Unfälle ereignen sich binnen weniger Stunden auf der A 6 bei Nürnberg. Fünf Menschen sterben, darunter drei kleine Kinder. Das ruft auch die Autobahndirektion und die Politik auf den Plan.

Nürnberg. Nach zwei tödlichen Unfällen auf der Autobahn 6 bei Nürnberg binnen zwölf Stunden will die Autobahndirektion die Unfallstellen überprüfen lassen. Man stehe mit der Polizei in Kontakt, um die Unfallursachen zu klären, sagte Andreas Eisengruber von der Autobahndirektion Nordbayern am Mittwoch.

Vater noch in Lebensgefahr


Am Dienstag war eine fünfköpfige Familie aus dem Kreis Ludwigsburg wenige Hundert Meter vor dem Kreuz Nürnberg-Ost in Richtung Amberg-Nürnberg in einen verheerenden Unfall verwickelt worden. Ein Lkw-Fahrer raste am Stauende an einer Baustelle mit hoher Geschwindigkeit in das Auto der jungen Familie. Der Familienvater (33) schwebte am Mittwoch weiter in Lebensgefahr. Sofort tot waren seine Frau (27) sowie die drei Kinder im Alter von 2 und 5 Jahren sowie 9 Monaten. Der Lkw-Fahrer und sein Beifahrer erlitten laut Polizei mittelschwere Verletzungen. Die Unfallursache wollte die Autobahndirektion am Mittwoch noch nicht bekanntgeben.

Die Polizei in Mittelfranken teilte mit, dass die Baustelle in beide Fahrtrichtungen ausreichend gesichert sei. "Wie bei jeder Baustelle, wo sich Fahrspuren verengen, kommt es dort zu Verkehrsstaus", sagte ein Sprecher. Auf die Baustelle werde mit Schildern hingewiesen, auch das Tempo müsse gedrosselt werden. Außerdem sei die Strecke gerade und gut einsehbar. "Wenn man sich auf den Verkehr konzentriert, nimmt man die Baustelle auch war. Ein dort entstehender Stau taucht nicht aus dem Nichts auf", sagte der Sprecher.

Nur knappe zwölf Stunden danach war es am Mittwochmorgen in gleicher Fahrtrichtung nahe Altdorf erneut zu einem tödlichen Auffahrunfall gekommen: Ein Lastwagenfahrer (46) war laut Polizei am Steuer eingeschlafen und auf einen verbotenerweise auf dem Seitenstreifen stehenden Lkw aufgefahren. Durch den Aufprall wurde der Fahrer tödlich, sein Beifahrer (44) schwer verletzt.

Herrmann: Mehr Kontrollen


Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte mit Blick auf die beiden tödlichen Unfälle verstärkte Kontrollen von Lastwagenfahrern an. "Es ist einfach unverantwortlich, wenn Lkw-Fahrer übermüdet am Steuer sitzen. Deswegen werden wir auch die Kontrollen von Lastwagenfahrern im Großraum Nürnberg weiter verstärken", sagte Herrmann in Fürth. Da seien auch die Arbeitgeber bei den Speditionen gefordert.
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