Tourismusverbände trotzen warmen Dezemberwetter
Wintervergnügen auch ohne Schnee

Fast frühlingshafte Temperaturen laden nicht zum Wintersport, aber zu anderen Aktivitäten ein. Bild: dpa
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Bayern
31.12.2015
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Grüne Hänge, wo sonst im Winter alles weiß ist. Seit drei Wochen hat es in Bayerns Bergen nicht mehr geschneit. Und weil es nachts bisher nur wenig Frost gab, konnten auch die Schneekanonen kaum angeworfen werden. Doch die Urlauber nehmen es gelassen. Sie genießen die Sonne.

München. Auf der Startseite des Tourismusverbandes für Oberbayern wirft eine Urlauberin kess einen Schneeball, zwei Langläuferinnen drehen in herrlicher Winterlandschaft ihre Runden auf einer frisch gespurten Loipe - Idylle pur. "Die Berge Oberbayerns haben alles, wovon Skifahrer träumen", heißt es. Verschwiegen wird allerdings, dass etwas Entscheidendes in diesen Weihnachtsferien fehlt: der Schnee. In den bayerischen Alpen herrscht akuter Schneemangel, nur wenige Skigebiete ermöglichen derzeit Wintersport.

"Landschaftskino" wirkt


Der Geschäftsführer des Verbandes Tourismus Oberbayern München, Oswald Pehel, räumt ein: "Die jetzige Situation macht uns zu schaffen." Völlig ohne Schnee müsse die Region zwischen Berchtesgaden und Garmisch-Partenkirchen Einbußen hinnehmen. Allerdings könne Oberbayern gerade bei Schneemangel die ganze Angebotspalette ausspielen. Die Urlauber nutzten das sonnige Wetter für Winterwanderungen. "Das Landschaftskino Oberbayern hat seinen ganz eigenen Reiz", so Pehel.

"Fahrräder werden kostenlos in der Gondelbahn zur Winklmoos-Alm transportiert", heißt es auf der Seite des Parade-Wintersportortes Reit im Winkl. Mountainbiken statt Skifahren lautet die Devise. "Sommerwanderwege auf der Winklmoos-Alm begehbar" - Naturfreunden wird so schmackhaft gemacht, frische Luft auch ohne Skier zu genießen.

Dabei hat sich die Gemeinde Mühe gegeben, wenigstens ein bisschen Wintersport zu ermöglichen. Im Tal sind drei Lifte in Betrieb, damit vor allem Kinder Skifahren können. Ein Rodelhang soll demnächst dazukommen, wie Hans Schuster von der Tourist-Info erklärt. Kunstschnee macht's möglich. Auch gibt es eine zwei Kilometer lange Loipe inmitten grüner Wiesen. Nur an die 500 der 4500 Gästebetten seien leergeblieben. "Die Urlauber, die fest gebucht haben, sind gekommen. Sie genießen ganz entspannt das sonnige Wetter."

Skifahren teilweise möglich


Auf der Zugspitze und im benachbarten Skigebiet Garmisch-Classic gibt es einen Skibetrieb mit Einschränkungen. Von Heiligabend bis Sonntag zählte die Zugspitzbahn AG 28 000 Gäste. "Vor dem Hintergrund sind wir sehr zufrieden mit den Besucherzahlen", sagt eine Sprecherin. In einem Spitzenwinter wären freilich an die 15 000 Gäste mehr gekommen.

Am Großen Arber (Bayerischer Wald) ist Skifahren überhaupt nicht möglich. Lediglich Wanderer nutzen die Gondelbahn. Auf dem beliebten Brauneck in Lenggries ist derzeit ebenfalls keinerlei Skibetrieb möglich, obwohl das Gebiet in den vergangenen Jahren für 20 Millionen Euro mit einem Speichersee und Schneekanonen aufgerüstet wurde. Am Sudelfeld nahe Bayrischzell, in das ebenfalls Millionen Euro investiert wurden, sieht es nur geringfügig besser aus. "Letzter Schneefall 9. Dezember", sagt der Schneebericht auf der Seite "Skiparadies Sudelfeld", die mit Fotos von traumhaft schönen Pisten bestückt ist. Die Aufnahmen stammen freilich aus dem Archiv.
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