Uli Hoeneß kommt am 29. Februar frei
Vollzugsmeldung

Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird am 29. Februar vorzeitig aus der Haft entlassen. Bild: dpa
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Bayern
19.01.2016
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Wegen Steuerhinterziehung in zweistelliger Millionenhöhe war Uli Hoeneß zu 42 Monaten Haft verurteilt worden – nach 21 davon kann er nun Ende Februar das Gefängnis als freier Mann verlassen.

München/Augsburg. Der ehemalige FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird vorzeitig aus der Haft entlassen. Die restliche Strafe werde zum 29. Februar 2016 zur Bewährung ausgesetzt, entschied die zuständige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Augsburg am Montag.

Bei der Entscheidung seien unter anderem die Persönlichkeit von Hoeneß, sein Vorleben, die Umstände der Tat und das Verhalten des 64-Jährigen in der Haftzeit gewürdigt worden, sagte Gerichtssprecher Claus Pätzel. Die Kammer habe betont, "dass der Verurteilte trotz seiner Position stets bereit gewesen sei, sich in die Gefangenengemeinschaft zu integrieren". Bei seinen zahlreichen Ausgängen sei es zu keinen Beanstandungen gekommen.

28,5 Millionen hinterzogen


Hoeneß war in München wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden und hatte seine Strafe am 2. Juni 2014 angetreten. Den Schaden habe der ehemalige FC-Bayern-Chef durch Zahlungen in Höhe von mindestens 43 Millionen Euro wieder gutgemacht, sagte Pätzel. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgelegt. Die Staatsanwaltschaft könnte noch gegen die vorzeitige Freilassung Beschwerde einlegen. "Wir prüfen das zurzeit", sagte Florian Gliwitzky von der Staatsanwalt München II.

Ob sich die Anklagebehörde in dem bisherigen Verfahren für oder gegen eine Halbstrafe für Hoeneß ausgesprochen hat, ist nicht bekannt. Es handele sich um ein nicht-öffentliches Verfahren, betonte Gliwitzky. Deswegen würden keine Angaben gemacht. Hoeneß' Anwalt Steffen Ufer geht davon aus, dass die Staatsanwalt die Entscheidung des Gerichts akzeptieren werde.

Hoeneß ist bereits seit einem Jahr Freigänger und arbeitet tagsüber in der Jugendabteilung des Fußballclubs in München. Die Wochenenden kann der 64-Jährige meist in seinem Haus am Tegernsee verbringen. Im Herbst hatte die Verteidigung von Hoeneß mitgeteilt, dass ein Halbstrafantrag gestellt worden sei.

Ausnahmeregelung genutzt


Üblicherweise werden Haftstrafen erst nach zwei Drittel der Zeit zur Bewährung ausgesetzt, der Paragraf 57 des Strafgesetzbuches ermöglicht aber in Ausnahmefällen auch die Aussetzung der Strafe nach der Hälfte. Hoeneß kommt nun in den Genuss dieser Regelung.

Der Antrag wurde von der Ersten auswärtigen Strafvollstreckungskammer des Augsburger Landgerichts in Landsberg am Lech bearbeitet. In der Landsberger Justizvollzugsanstalt hatte Hoeneß zunächst seine Strafe abgesessen.

Chronologie2001 bis 2006: Hoeneß spekuliert an der Börse mittels eines geheimen Kontos in der Schweiz.

20. März 2013: Hoeneß bekommt Besuch von Ermittlern. Ein Haftbefehl wird gegen fünf Millionen Euro Kaution ausgesetzt.

20./21./23. April 2013 : Der "Focus" macht den Fall öffentlich. Hoeneß schließt einen Rücktritt aus. Die Kritik wächst.

30. Juli 2013: Die Staatsanwaltschaft München erhebt Anklage wegen Steuerhinterziehung.

23. Januar 2014: Die Staatsanwaltschaft München lässt bayerische Finanzbehörden wegen des Verdachts der Verletzung des Steuer- und des Dienstgeheimnisses durchsuchen.

10. bis 13. März 2014: Prozessbeginn in München: Hoeneß gesteht, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Dies Summe wächst. Das Landgericht spricht Hoeneß wegen Hinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro schuldig. Er wird zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

14. März 2014: Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe und tritt von seinen Ämtern beim FC Bayern München zurück.

2. Juni 2014: Hoeneß tritt seine Haft in Landsberg an. (dpa)
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