Unterrichtsprojekt am Otto-Hahn-Gymnasium - Geschichte der Russlanddeutschen
Wie Integration gelingt

Jakob Fischer vermittelte auch Fakten zur aktuellen Flüchtlingsdebatte. Bild: privat
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Bayern
16.03.2016
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Marktredwitz. Über eine Million Flüchtlinge kam vergangenes Jahr nach Deutschland. Eine Herausforderung für Staat und Gesellschaft. Schüler der neunten Jahrgangsstufe des Otto-Hahn-Gymnasiums beschäftigten sich im Unterrichtsprojekt "Migration und Integration am Beispiel der Deutschen aus Russland" mit der Thematik.

Zu Gast war Jakob Fischer von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Er selbst kam 1991 als Spätaussiedler aus Kasachstan in die Bundesrepublik Deutschland, wie viele der etwa 1000 Deutschen aus Russland, die heute in Marktredwitz leben. In Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge setzt sich Fischer für eine gelingende Integration von Zuwanderern ein.

Zwangsarbeit


Mit Hilfe von Filmmaterial und anhand der Wanderausstellung "Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart" gewannen die Schüler einen historischen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Russlanddeutschen im früheren Russland und in der Sowjetunion, die mit Privilegien der Zarin Katharina II. begann und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg durch Repressionen, Deportationen und Zwangsarbeit geprägt war. Jakob Fischer stellte dar, unter welchen Bedingungen für diese Bevölkerungsgruppe eine Übersiedlung in die Bundesrepublik möglich war. So mancher Schüler musste bei den Fragen des Einbürgerungstests zu Recht, Politik und Geschichte passen, den die Spätaussiedler bestehen mussten.

Lebensläufe


Was bedeutet Integration und unter welchen Bedingungen kann sie gelingen? Dieser Frage ging Fischer anhand von erfolgreichen Lebensläufen wie dem der russlandstämmigen Schlagersängerin Helene Fischer oder des Bundestagsabgeordneten Heinrich Zertik aus Kasachstan nach. Zur aktuellen Flüchtlingsdebatte vermittelte er den Schülern notwendige Fakten: Wer ist Ausländer, wer Asylbewerber? Welche rechtlichen Grundlagen gelten für sie? Wie können sie die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben? Was beinhalten die Asylpakete I und II?

Besonders beeindruckt waren die Schüler von dem Interview, das Fischer mit zwei syrischen Mitschülern führte, die als Flüchtlinge ins Land kamen und jetzt das OHG besuchen. So konnte dieses Unterrichtsprojekt den Schülern in der Beschäftigung mit den Flüchtlingsproblemen konkrete Einblicke vermitteln und dazu beitragen, Vorurteile abzubauen.
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