Urteil im Fall Rebecca
Höchststrafe für Mord an Schwangerer

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Bayern
13.05.2016
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Sie war im neunten Monat schwanger, als sie ermordet wurde. Im Fall Rebecca ist nun das Urteil gesprochen worden. Zuschauer im Gericht in Aschaffenburg reagieren mit Zustimmung.

Aschaffenburg. Er tötete seine Ex-Geliebte, um seine Ehe zu retten: Für den Mord an der hochschwangeren Rebecca hat der Angeklagte die Höchststrafe bekommen. Das Landgericht Aschaffenburg verurteilte ihn am Donnerstag zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere seiner Schuld fest. Das bedeutet, dass der 32-Jährige nach 15 Jahren keinen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen kann. Mit dem Mord an der 24-jährigen Rebecca hatte er auch sein ungeborenes Kind getötet.

Der Angeklagte habe die Wehrlosigkeit seines im neunten Monat schwangeren Opfers ausgenutzt, erklärte der Vorsitzende Richter. Er habe die Tat geplant, und seine Motive stünden "auf niedrigster Stufe". Mit dem Mord an Rebecca habe er seine Ehe retten wollen, auch weil er fürchtete, sonst den Kontakt zu seinem ehelichen Sohn zu verlieren. Seine Frau hat sich inzwischen von ihm scheiden lassen.

Dem Urteil zufolge klingelte der Mann am 13. Mai 2015 als Postbote verkleidet an Rebeccas Tür und überredete sie, in seinen Wagen zu steigen. Er fuhr mit ihr zu einem Wald in Aschaffenburg. Auf einem Schotterweg neben der Autobahn würgte er sie bis sie bewusstlos war, und erdrosselte sie anschließend mit einem Kabelbinder. Die Leiche wickelte er in ein Betttuch und brachte sie zu einer Garage in einem Gewerbegebiet. Dort fand sie die Polizei später.

Mitangeklagt war ein 26 Jahre alter Freund des Haupttäters. Wegen Beihilfe verurteilten ihn die Richter zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis. Er hatte Rebeccas Mörder ein Alibi verschafft und ihm für die Tat sein Auto geliehen. Der Verteidiger des 32-Jährigen bezeichnete das Urteil als "nicht unerwartet". Er hatte zuvor dafür plädiert, den Angeklagten nur wegen Totschlags und damit zu einer niedrigeren Haftstrafe zu verurteilen.

Als das Urteil verkündet wurde, gab es im Zuschauerraum gedämpften Jubel. Rebeccas Schwester, die den Prozess verfolgte, sagte anschließend: "Wir wissen, er hat jetzt seine Strafe. Aber unsere Wunden wird das nur teilweise schließen."
Wir wissen, er hat jetzt seine Strafe. Aber unsere Wunden wird das nur teilweise schließen.Rebeccas Schwester nach der Urteilsverkündung
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