Verdienster Orden

Dr. Birgit Seelbinder, Landrat Herrmann Hübner, Gisela Kreipe, Christian Kreipe, Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer und Landrat Dr. Karl Döhler (von links) genießen einen besonderen Tag. Bild: gis
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Bayern
17.09.2016
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Den Bauernmarkt am Freilandmuseum der Infostelle des Naturparks Fichtelgebirge brachte heuer ein besonderer Anlass zum Glänzen: Vor einem halben Jahr ging Christian Kreipe in den Ruhestand. Er war seit 38 Jahren Geschäftsführer des Naturparks, Kreisfachberater und in vielen weiteren Ämtern engagiert tätig.

Grassemann . Für sein vielseitiges Engagement, seine Einsatzbereitschaft, seinen unermüdlichen Kampf für die Belange des Naturparks wurde ihm nun im Beisein von zwei Landräten, Bürgermeister der umliegenden Gemeinden und zahlreicher Wegbegleiter die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

"Ihr Beruf, Ihnen auf den Leib geschrieben, war für Sie Berufung", betonte der Wunsiedeler Landrat Dr. Karl Döhler "und das ist etwas ganz Besonderes." Es gibt wohl kaum jemanden, der Christian Kreipe nicht kennt. Und auch wer ihn kannte, musste am Sonntag zweimal hinschauen.

Der Neu-Pensionist einmal nicht ganz leger in Lodenjacke, sondern mit feierlichen Anlass angepasst in dunklem Anzug. Das war gewöhnungsbedürftig. Die Präsidentin der Euregio Egrensis, Birgit Seelbinder, als Schatzmeisterin des Naturparks, Weg- und Arbeitsbegleiterin von Anfang an, zuerst als Rechtsberaterin im Landratsamt, beleuchtete die Schwerpunkte von Kreipes fast vier Jahrzehnte Naturparkarbeit.

Eine seiner Hauptaufgaben war natürlich der Natur- und Landschaftsschutz: Projekte zum Erhalt der historischen Kulturlandschaft wurden umgesetzt, die touristischen Infrastrukturen der Region wurde wesentlich verbessert, Infostellen eingerichtet. Blütenreiche Wiesen waren ihm ein Anliegen. "Und Sie haben alle Aussichtstürme im Fichtelgebirge mindestens einmal saniert", bestätigte Dr. Seelbinder. "Seit der Gründung des Naturparks wurden bis Ende 2015 1743 Förderprojekte umgesetzt.

"Stellt man Ihrer gesamten Dienstzeit als Geschäftsführer nur die 27 Einzelprojekte mit 565 000 Euro im letzten Jahr gegenüber, so kann jeder ermessen, welch hohe Summen - auch an Fördergeldern Sie erworben haben", listete sie auf. Zudem kamen durch den Naturpark-Arbeitstrupp viele aus der Arbeitslosigkeit heraus. Kreipe, der sich in seinem Ruhestand weiter ehrenamtlich engagieren wird - beispielsweise als Wegewart beim Fichtelgebirgsverein - wollte die hohe Auszeichnung nicht für sich allein beanspruchen, sondern teilen mit allen, die ihm zur Seite standen, vor allem mit Bernd Götz, der ihn "seit 1979 mit Wissen, Ehrgeiz, eigenen Ideen und unsagbaren Fleiß" unterstützte.

Ein topaktuelles Wort aus der katholischen Soziallehre, an das Kreipe, der evangelische Christ, sich auch selbst immer gehalten habe, gab er den Versammelten mit auf den Weg: "Wir haben die Welt nur geliehen und nicht zum Verbrauchen".
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