Vesperkirchen für Arme in Nürnberg und Schweinfurt
Kirche bittet zu Tisch

Aufgetischt: In der evangelischen St.-Johannis-Kirche in Schweinfurt wird Essen ausgegeben. Bild: dpa
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Bayern
07.02.2016
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Schweinfurt/Nürnberg. Sie erhalten für 1,50 Euro ein Drei-Gänge-Menü und eine Tasse Kaffee, wenn gewünscht gibt es auch einen kostenlosen Haarschnitt und Sozialberatung. Mit diesem Konzept haben die evangelische Kirche und das Diakonische Werk in Schweinfurt vor einem Jahr die erste bayerische Vesperkirche ins Leben gerufen. Am Sonntag ging die zweite Runde des sozialen Projektes mit einem Abschlussgottesdienst zu Ende.

"Wir hatten sehr angenehme Besucher und sehr positive Mitarbeiter", sagte Diakon Norbert Holzheid. Täglich seien rund 450 Essen an Bedürftige verteilt worden. Das Mitte Januar gestartete Projekt in der Kirche St. Johannis war vom Diakonischen Werk und der evangelischen Kirche organisiert worden. Mehr als 200 ehrenamtliche Helfer und zahlreiche Geldspenden haben das möglich gemacht. Die Aktion soll im kommenden Winter fortgesetzt werden.

Nach Angaben von Pfarrer und Diakonie-Vorstand Jochen Keßler-Rosa kostete das Projekt in diesem Jahr rund 80 000 Euro. Das Essen wird von einem Krankenhaus-Caterer der Region geliefert. "Ob Schweinebraten mit Klößen, Currywurst, Bratfisch oder Schnitzel mit Pommes - wir hatten eine ganz bunte Speisekarte. Und jeden Tag gab es auch ein vegetarisches Angebot."

In Nürnberg wurde Mitte Januar ebenfalls eine Vesperkirche eröffnet. Sie lädt noch bis zum 28. Februar täglich zum Mittagessen ein. "Fast jeden Tag verkaufen wir mehr als 500 Essen zu je einem Euro", sagte Pfarrer Bernd Reuther dazu. Die bisherige Resonanz sei beeindruckend. Doch am meisten begeistere ihn, dass sich die Besucher tatsächlich durchmischten und auf diese Weise Schwellenängste abgebaut würden.
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