Vielfältiges Futter lockt verschiedenen Vogelarten an
Vögel im Winter richtig füttern

Feldsperlinge bei der Winterfütterung. (Foto: Ingo Rittscher, LBV)
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Bayern
17.11.2016
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Grünfink bei der Fütterung. (Foto: Dr. Ludwig Abele, LBV)

Hilpoltstein. Seit den ersten frostigen Temperaturen erreichen den Landesbund für Vogelschutz (LBV) täglich zahlreiche Anfragen zur Vogelfütterung im Winter. Für viele Naturfreunde ist es eine liebgewonnene Tradition, doch um den Vögeln in der kalten Jahreszeit richtig zu helfen, empfiehlt der LBV einige Punkte zu beachten.

Diese helfen auch, verschiedene Vogelarten an die Futterstelle im Garten oder am Balkon zu locken. Neben artgerechtem Futter, der passenden Futterstation und Hygiene am Futterplatz, sollten Vogelfreunde aber auch mehr naturnahe Gärten schaffen, die vielen Arten auch im Winter natürliche Nahrung und Schutz bieten. Wegen der derzeit grassierenden Vogelgrippe müssen sich Naturfreunde bei der Vogelfütterung keine Sorgen machen, da die Singvögel in den Gärten keine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielen.

Vogelfütterung kein Ersatz für naturnahen Garten


Mit Beginn der kalten Jahreszeit nehmen viele Vögel zusätzliche Nahrungsangebote gerne an. Dabei ist die Vogelfütterung im Winter kein Ersatz für einen naturnahen Garten und bunte Kulturlandschaften, die vielen Arten auch im Winter natürliches Futter wie Samen und Beeren bieten. Von „unordentlichen“ Gärten profitieren aber auch weitere Tiere wie der Igel, viele Insekten und andere Wirbellose (Kleintiere), die in Laubhaufen, hohlen Stängeln oder in längerem Gras überwintern. „Doch solche Lebensräume sind selten geworden und richtig durchgeführt schadet etwas Futterhilfe im Winter den Vögeln sicherlich nicht. Sie schenkt zudem Groß und Klein viel Freude“, meint der LBV-Agrarbiologe Alf Pille.

Mit dem richtigen Futter können Naturfreunde dabei unterschiedliche Vogelarten in das Futterhäuschen oder an den Balkon locken. Denn jede Art hat ihre Vorlieben beim Futter. So fressen Amseln und Rotkehlchen bevorzugt Weichfutter wie Äpfel, Rosinen oder Getreideflocken. Finken wie Stieglitz, Dompfaff und Zeisig sind hingegen Körnerfresser und mögen beispielsweise ölhaltige Samen wie Sonnenblumenkerne. Diese Arten profitieren auch von Samen an Stauden und hohen Gräsern im Garten, wenn man diese im Winter einfach stehen lässt. Fettfutter eignet sich besonders gut für Spechte und Kleiber. Meisen, Haussperlinge („Spatzen“) und Feldsperlinge dagegen nehmen fast alles an. „Altes Brot oder Essenreste gehören hingegen nicht ins Vogelhaus, da Salz und Gewürze für die meisten Vögel unverträglich sind und ihnen schaden“, warnt Alf Pille.

Qualität des Vogelfutters wichtig


Der LBV rät, beim Vogelfutter auf Qualität zu achten, denn billiges Futter enthält oft Füllstoffe ohne Nährwert und kann zur Ausbreitung der stark allergenen Pflanze Ambrosia beitragen. Sehr wichtig ist auch die Hygiene am Futterplatz: „Traditionelle Futterhäuschen, in denen die Vögel beim Fressen sitzen und ihren Kot hinterlassen, sollten täglich ausgefegt und unbedingt regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden. Ebenso darf keine Nässe ins Futterhaus eindringen, da dies die Verbreitung von Krankheitserregern fördert“, rät Alf Pille. Hygienischer sind hängende Futtersilos oder ähnliche Futterangebote. Da zudem nicht alle Arten Flugakrobaten sind, kann ergänzend, zum Beispiel für Amsel und Rotkehlchen, Streufutter am Boden ausgebracht werden, auch hier gilt es auf Sauberkeit zu achten.

Vogelgrippe nur für Wasser- und Hühnervögel gefährlich


Für besorgte Vogelfreunde gibt es Entwarnung: die derzeitige Vogelgrippe ist nur für Wasservögel wie Schwäne, Enten und Möwen und Hühnervögel gefährlich. „Die im direkten Umfeld des Menschen lebenden Singvögel spielen für die Verbreitung des Virus keine Rolle“, erklärt der LBV-Experte Ulrich Lanz. Für die Vogelfütterung im heimischen Garten sind deshalb keine Einschränkungen nötig.

Damit sich die Tiere an die Futterstelle gewöhnen und immer wiederkehren, sollten Vogelfreunde im Winter durchgehend füttern und jetzt beginnen. Der Futterplatz sollte sich möglichst an einer übersichtlichen Stelle, etwa zwei bis fünf Meter von Gebüschen entfernt befinden, so dass die Vögel die Umgebung gut einsehen können. „Katzen können sich so schlechter anschleichen und die Vögel fühlen sich sicher, sind ruhiger und besser zu beobachten“ rät der LBV-Biologe.

Rezepte zum Selbermachen von Vogelfutter, viele weitere wichtige Informationen zur Fütterung, Steckbriefe der wichtigsten Vogelarten am Futterhaus und die Bestellmöglichkeit eines kostenlosen Faltblatts bietet der LBV unter www.lbv.de/fuettern.
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