"Viking Freya" rammt Brücke
Main-Donau-Kanal nach Unglück wieder für die Schifffahrt frei

Einsatzkräfte am Sonntag an der Unglücksstelle am Main-Donau-Kanal. Ein Hotelschiff mit Ziel Budapest mit rund 180 Passagieren war am frühen Morgen mit einer Brücke kollidiert. Mindestens zwei Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Bild: dpa
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Bayern
12.09.2016
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Erlangen. Nach der Havarie eines Flusskreuzfahrtschiffs mit zwei Toten ist der Main-Donau-Kanal bei Erlangen wieder für die Schifffahrt freigegeben worden. Der Betrieb laufe inzwischen wieder ganz normal, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Der bei dem Unfall entstandene Schaden werde inzwischen auf einen "höheren sechsstelligen Betrag" geschätzt.

Das in der Nacht zum Sonntag verunglückte Schiff "Viking Freya" wurde inzwischen abgeschleppt und liegt nun etwas entfernt von der Unfallstelle in einer Bucht. Mit Hilfe der nahegelegenen Schleuse "Kriegenbrunn" musste für die Bergung zunächst Wasser aus dem Kanal gelassen werden, um das unter der Brücke verkeilte Schiff zu befreien. Noch sei unklar, wie lange die Ermittlungen noch laufen werden, sagte der Polizeisprecher. Die Unglücksursache sei weiterhin "absolut unklar".

Drei Möglichkeiten kämen in Betracht: Menschliches Versagen, ein technischer Defekt oder eine Kombination aus beidem, sagte der Polizeisprecher. Die "Freya" war kurz nach ihrem Start in Richtung der ungarischen Hauptstadt Budapest verunglückt. Das nicht eingefahrene Führerhaus stieß in der Nacht zuerst gegen eine Autobrücke und danach noch gegen eine direkt daneben stehende Eisenbahnbrücke. Zwei 33 und 49 Jahre alte Besatzungsmitglieder starben - ein Matrose sowie der verantwortliche Schiffsführer.

Nach der Havarie mussten etwa 180 Fahrgäste sowie knapp 50 Seeleute noch mehrere Stunden auf dem Boot verbringen, bis sie am Morgen über einen provisorischen Rettungssteg an Land gebracht werden konnten.

Am nächsten Wochenende soll das Schiff in eine Reparatur-Werft gebracht werden, sagte der Polizeisprecher. Zuvor müsse das Wasserschifffahrtsamt die "Freya" auf ihre Fahrtüchtigkeit prüfen und die Überfahrt genehmigen.

Während der Bergungsarbeiten am Sonntag hatten die Retter mit vielen neugierigen Passanten zu tun, die mit ihren Handys Fotos und Videos machten. Manche Gaffer seien sogar auf den Rettungssteg gelaufen, über den die Helfer Passagiere und Besatzung vom Schiff gebracht hatten, sagte der stellvertretende Zugführer des Technischen Hilfswerks, Stefan Wagner, dem Portal "Nordbayern.de". Die Rettungskräfte begegneten inzwischen bei fast jedem Einsatz solchen Schaulustigen. "Es ist eine Katastrophe", sagte Wagner.
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