Vogelgrippe
Bayern verbietet Geflügelmärkte

In Bayern gilt seit Montag eine Stallpflicht für Geflügel, nun wurden Märkte verboten. Bild: Götz
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Bayern
23.11.2016
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Ein Wildvogel mit Geflügelpest ist nicht sofort tot - das ermöglicht es dem Virus, sich über weite Strecken zu verbreiten. Das Risiko für eine Einschleppung in Geflügelbestände bleibt groß.

München/Berlin. Als Konsequenz aus der zunehmenden Zahl von Vogelgrippe-Fällen werden nun auch Ausstellungen und Märkte mit Geflügel in Bayern verboten. Diese Entscheidung gab das Umweltministerium am Mittwochabend in München bekannt. Formell angeordnet wird das Verbot von den Kreisverwaltungsbehörden. "Bayern geht weiter konsequent gegen eine Ausweitung der Vogelgrippe vor", erklärte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU). "Wir wollen den bestmöglichen Schutz für das Hausgeflügel." Am Freitag war eine allgemeine Stallpflicht erlassen worden, um eine Ausweitung der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel zu verhindern.

Unterdessen breitet sich die Vogelgrippe weiter aus - wahrscheinlich auch durch Wildvögel ohne Symptome. "Wir beobachten derzeit ein sehr dynamisches Geschehen mit starken Ausbreitungstendenzen", sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter. Der Infektionsdruck aus der Natur in die Ställe sei sehr hoch, mit weiteren Eintragungen in Bestände sei zu rechnen. In Mecklenburg-Vorpommern erreichte die Epidemie bereits weitere Nutzgeflügel-Haltungen.

Bundesweite Maßnahmen


Deutsche Behörden hatten am Dienstagabend angekündigt, mit zusätzlichen bundesweiten Krisenmaßnahmen zur Eindämmung der Vogelgrippe zunächst noch abwarten zu wollen. "Wir beobachten die Situation weiter sehr genau", sagte ein Sprecher des Bundesagrarministeriums nach Beratungen des Krisenstabs von Bund, Ländern und Experten. Sollten die getroffenen Schutzvorkehrungen nicht ausreichen, stehe man für weitere bereit.

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) hält eine bundesweite Stallpflicht für Geflügel weiterhin für sinnvoll und geboten. "Wir sind nach wie vor in großer Sorge", sagte ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke. "Unsere Betriebe brauchen jetzt den notwendigen Schutz." Da die Dringlichkeitsverordnung des Bundes nicht realisiert werde, seien die Länder in der Verantwortung.

Das Friedrich-Loeffler-Institut sieht Hinweise auf eine "beträchtliche Kontamination" der Umwelt mit dem H5N8-Erreger. Die Rate positiv getesteter toter Wildvögel sei im Vergleich zur Vogelgrippe H5N1 vor zehn Jahren sehr hoch, sagte Mettenleiter. Offenbar trügen viele Vögel das Virus in sich, ohne sofort schwer zu erkranken - und transportierten es über große Distanzen weiter.

Einige Bundesländer haben verfügt, dass Haustiere in bestimmten Gebieten - vor allem in Sperrzonen - nicht frei herumlaufen dürfen. Das Verbot zielt nach Auskunft des Agrarministeriums von Mecklenburg-Vorpommern darauf ab, dass die Vierbeiner die Viren nicht verbreiten.
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