Vogelgrippe
Bayernweite Stallpflicht

Um die Ausbreitung der Vogelgrippe einzudämmen, gilt bayernweit die Stallpflicht. (Foto: dpa)
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Bayern
19.11.2016
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Nach täglich neuen Geflügelpest-Fällen in immer mehr bayerischen Kreisen hat das Umweltministerium nun eine Stallpflicht im ganzen Freistaat erlassen. Auch bundesweit gelten von der nächsten Woche an strengere Vorschriften.

Berlin. Die Schutzvorkehrungen zur Eindämmung der Vogelgrippe in Deutschland werden ausgeweitet. Von diesem Montag an müssen auch kleinere Betriebe Sicherheitsmaßnahmen treffen. Dann tritt eine Eilverordnung von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) in Kraft, sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage . Eine bundesweite Stallpflicht bedeutet die Verordnung nicht, über sie soll erst nach einer neuen Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) mit seinem nationalen Referenzlabor in den nächsten Tagen entschieden werden.

Bei der von Montag an geltenden Eilverordnung geht es etwa darum, keine Unbefugten in die Ställe zu lassen. Tierhalter müssen Schutzkleidung tragen und Hände sowie Stiefel desinfizieren können. Bisher gelten die Vorgaben nur für Betriebe mit mehr als 1000 Tieren. Je nach Risikolage können die Länder weitere Maßnahmen anordnen. Die Situation verschärft sich zunehmend: Als achtes Bundesland meldete Nordrhein-Westfalen am Freitag erstmals den Nachweis der kursierenden H5N8-Variante bei einem verendeten Wildvogel, einem Bussard.

Allgemeine Stallpflicht


Wegen der Vogelgrippe gilt in Bayern ab sofort eine allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel. "Im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung ist es jetzt besonders wichtig, eine Ausweitung der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel zu verhindern", erläuterte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Freitag in München. Die Stallpflicht gilt sowohl für gewerbsmäßige Geflügelhalter als auch für Züchter und Privatleute - auf unbestimmte Zeit. Für Geflügelmärkte, Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen werden weitere Maßnahmen vorbereitet.

Die Vogelgrippe ist in Bayern bereits bei zahlreichen Wildvögeln aufgetreten. Bei 34 Tieren in sechs Landkreisen - Lindau, Starnberg, Rosenheim, Traunstein, Miesbach und Freising - wurde inzwischen die hochansteckende Variante H5N8 nachgewiesen. In mehreren anderen Regionen gibt es Verdachtsfälle. Diese werden derzeit am zuständigen Bundesinstitut, dem Friedrich-Loeffler-Institut, überprüft. Dazu gehören etwa die Städte Nürnberg und Ingolstadt sowie die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen und Landshut.

Sperrgebiet in Nürnberg


Wegen der Geflügelpest hatten schon vor der bayernweiten Stallpflicht mehrere Kreise eine Stallpflicht erlassen. Sperrgebiete gab es bereits am Bodensee, Ammersee, Chiemsee, am Tegernsee sowie in Nürnberg. Auch am Waginger und am Tachinger See im Kreis Traunstein wurde eine Kontrollzone eingerichtet. Hier war an einer toten Möwe das Vogelgrippe-Virus festgestellt worden.

Im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung ist es jetzt besonders wichtig, eine Ausweitung der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel zu verhindern.Ulrike Scharf (CSU), Umweltministerin
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