Von Idealisten, Kämpfern und Optimisten - Heilpraktikerin Hildegard Holoubek-Reichold ...
Die neun Gesichter der Seele

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Bayern
29.01.2016
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Marktredwitz. Viel mehr als eine Typologie und auf keinen Fall eine Anleitung zum "Schubladendenken" sei das Enneagramm, betonte Hildegard Holoubek-Reichold, die in der K&S-Seniorenresidenz Marktredwitz referierte. Auf Einladung der Hospiz-Initiative und der Katholischen Erwachsenenbildung gab die Heilpraktikerin für Psychotherapie Einblick in eine uralte Typenlehre, die man oft auch "Die neun Gesichter der Seele" nennt.

Warum "tickt" ein Mensch so und nicht anders? Warum ist der eine inneren Zwängen unterworfen, an die ein anderer keinen Gedanken verschwendet? "Im Enneagramm", sagt Holoubek-Reichold, "treffen moderne Psychologie und alte Spiritualität zusammen und liefern erstaunliche Erkenntnisse über die menschliche Seele." Einem von neun Seelentypen (mit vielen individuellen Variationen) könne jeder Mensch zugeordnet werden und dies sei angeboren wie die Augenfarbe. Jeweils drei gehörten wiederum in die großen "Energiezentren" Herz, Bauch und Kopf. So würden die "Herzmenschen" (Typ zwei, drei und vier) sich an den Grundsatz halten "Ich muss etwas tun, um geliebt zu werden". Die "Bauchtypen" (Typ eins, acht und neun) demonstrierten äußere oder innere Stärke, während die "Kopftypen" (Typ fünf, sechs und sieben) vor allem den großen Überblick und Sicherheit brauchten, um sich wohlzufühlen. Alle, erläuterte die Referentin, seien in der grafischen Darstellung des Enneagramms miteinander verbunden und hätten in anderen jeweils ihren "Trost- oder Stresspunkt". Am meisten war das Publikum natürlich auf die Beschreibung der einzelnen Typen gespannt: Von der "Eins", dem perfektionistischen, oftmals belehrenden Idealisten, gehe es zur stets hilfsbereiten, sensiblen "Zwei", die sich vor einem Helfersyndrom hüten müsse, dann zur charmanten, erfolgsgewohnten "Drei", dem geborenen Entertainer. "Ich bin anders" sei das Mantra der "Vier", des extrovertierten Künstlers, der sich so gerne von der Masse abhebe. Unabsichtlich kühl und unbeteiligt wirke oft die "Fünf", ein analytischer, stiller Beobachter und "Sammler", während die "Sechs" Loyalität und Pflichterfüllung groß schreibe und unschlagbar sei, wenn es darum gehe, Gruppen zusammenzuhalten. Immer obenauf sei die "Sieben", ein optimistischer Lebenskünstler mit großer Ausstrahlung. Der "Acht" sei ein starker Auftritt gewiss; sie sei Kämpfer, Gerechtigkeitsfanatiker und manchmal auch Elefant im Porzellanladen. Der Kreis schließe sich mit der "Neun", dem Friedliebenden, der Konflikte gerne aussitze und großes Verständnis für andere aufbringe, sie aber durch seine Schwerfälligkeit hin und wieder auch zur Weißglut treibe.

Bereits bei dieser sehr rudimentären Auflistung werde klar, so Holoubek-Reichold, dass jeder Typ seine Stärken und Schwächen, seine Zwänge und Talente habe. Der unschätzbare Wert des Enneagramms liege in der Selbsterkenntnis und des wissenden, achtsamen Umgangs mit den Mitmenschen. "Mit sich selbst ins Reine kommen, weniger urteilen, mehr verstehen", gab die Referentin ihren Zuhörern mit auf den Weg.
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