Vorzeitige Haftentlassung von Uli Hoeneß schon im März 2016?
Ex-Bayern-Boss lässt Zukunft offen

Uli Hoeneß im April als Privatmann unter den Zuschauern bei einem Spiel der Basketballer des FC Bayern im Audi-Dome. Bild: dpa
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Bayern
30.12.2015
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Nach eineinhalb Jahren Gefängnis, die längste Zeit davon als Freigänger, kann Uli Hoeneß auf baldige Freiheit hoffen. Der Antrag auf vorzeitige Entlassung liegt längst vor. Im März 2016 könnte er frei sein. Will er wieder an die Spitze des FC Bayern?

München. Uli Hoeneß kann die Tage zählen. Wenn alles gut geht, wird er Anfang März 2016 ein freier Mann sein. Der Antrag auf vorzeitige Haftentlassung wird bald geprüft. 21 Monate Gefängnis, von denen der Ex-Boss des Rekordmeisters FC Bayern sieben vollständig hinter Gittern verbrachte, sind dann zu Ende.

Am 2. Juni 2014 hatte Hoeneß die Haft in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech angetreten. Er war wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die ersten Monate im geschlossenen Vollzug dürften hart gewesen sein für den bekannten Fußballmanager. Wecken um 5.50 Uhr, Arbeitsbeginn 7 Uhr, "Generaleinschluss" um 19 Uhr - so sieht der Alltag im Landsberger Gefängnis aus. Auf dem Speiseplan stehen Malzkaffee statt Cappuccino und Schinkennudeln statt Vier-Gänge-Menüs. Handy oder Laptop sind tabu. Den ersten Ausgang mit Ehefrau Susi und Sohn Florian gab es nach dreieinhalb Monaten. Weihnachten und Jahreswechsel 2014 verbrachte er bereits in seinem Haus am Tegernsee - Hafturlaub.

Seit dem 2. Januar 2015 ist Hoeneß Freigänger, arbeitet in der Jugend- abteilung des FC Bayern und muss nur zum Schlafen hinter Gitter im Freigängerhaus Rothenfeld, wo die Haftbedingungen freizügiger sind. An den Wochenenden darf er heim. Gut möglich, dass er Rothenfeld am 2. März 2016 als freier Mann verlässt.

Und danach? Zieht Uli Hoeneß sich ins Privatleben zurück? Oder greift der Ex-Vereinspräsident noch mal nach Spitzenämtern beim FC Bayern? "Das weiß ich nicht", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der mit ihm befreundet ist, nach der Jahreshauptversammlung. Hoeneß hat sich nicht geäußert, Interviews gibt er nicht.

Aktuell führt Karl Hopfner (63) den Verein. 2016 stehen Präsidiumswahlen an. Der langjährige Weggefährte hatte stets betont, nicht gegen Hoeneß anzutreten, sollte sein Vorgänger auch sein Nachfolger werden wollen. Hoeneß liegt Bayern am Herzen. Teilnehmer der Weihnachtsfeier im Spiegelzelt von Starkoch Alfons Schuhbeck wollen beobachtet haben, dass "der Uli" den Abend bei Gambas und Entenbrust sehr genoss.

Bedingungen für vorzeitige HaftentlassungOft heißt es, der verurteilte Steuersünder Uli Hoeneß genieße einen Promi-Bonus. Doch die vorzeitige Haftentlassung ist im Strafgesetzbuch eindeutig geregelt.

In Paragraf 57, Absatz 2, steht geschrieben: "Schon nach Verbüßung der Hälfte einer (...) Freiheitsstrafe (...) kann das Gericht die Vollstreckung des Restes zur Bewährung aussetzen, wenn die verurteilte Person erstmals eine Freiheitsstrafe verbüßt und diese zwei Jahre nicht übersteigt oder die Gesamtwürdigung von Tat, Persönlichkeit der verurteilten Person und ihrer Entwicklung während des Strafvollzugs ergibt, dass besondere Umstände vorliegen ..."

Hoeneß ist Ersttäter und erfüllt damit die wichtigste Voraussetzung für eine vorzeitige Entlassung. Trotz höherer Haftstrafe gehen seine Anwälte zudem davon aus, dass die dort beschriebenen besonderen Umstände in seinem Fall zutreffen. Dies muss die zuständige Strafvollstreckungskammer prüfen. (dpa)
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