Wassermangel größte Bedrohung
Pfadfinder warnen in Jugendgottesdienst vor Verschwendung und Verschmutzung

Mit Eimern verdeutlichten die Pfadfinder, wie viel Wasser ein Mensch täglich verbraucht. Mit Schüsseln zeigten sie, wie viel davon fürs Trinken und Kochen benötigt werden. Bilder: hia (2)
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Bayern
21.12.2015
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Die Instrumentalgruppe "Wohin sonst?" begleitete den Gottesdienst musikalisch.

Wasser - Lebenselixier oder verseucht als todbringende Flüssigkeit. Die Pfadfinder wollten wachrütteln, nachdenklich stimmen, anmahnen. Und es sollte ihnen eindrucksvoll gelingen. Beim vorweihnachtlichen Jugendgottesdienst forderten sie einen sorgsamen und schöpfungsgerechten Umgang mit der Natur ein.

Kirchenlaibach. Es gehe ums "Grundelement des Lebens - Wasser, das wir trinken, Wasser, mit dem wir uns waschen, Wasser, das wir verschmutzen, Wasser, das immer knapper wird", führte Kurat Pastoralreferent Robert Schultes in das Thema ein. Musikalisch unterlegt von dem evangelischem Instrumentalquartett "Wohin sonst?" mit Edel Neiß sowie Michaela, Jens und Jürgen Küffner.

Bereits in der Stille des Einzugs von Pfarrer Sven Grillmeier mit den Pfadfinder-Ministranten Sebastian Kopp, Timo Busch, Christina Hösl konfrontierten Lisa Walter und Magdalena Hammon die Besucher mit Sprichwörtern wie "Sich über Wasser halten" und "Blut und Wasser schwitzen". Einen Krug mit frischem Wasser brachte Milena Bauer an den Altar und füllte den Inhalt in eine durchsichtige Schale. "Es ist gutes, sauberes Wasser, das wir trinken können, unseren Durst stillt, quicklebendig macht, wenn wir es uns am Morgen ins Gesicht spritzen", ergänzte Franziska Hauer. Dann aber floss aus einem Krug eine dunkelbraune Brühe in eine weitere Schale. Trübe sei dieses Wasser, modrig sein Geruch, beschrieb Hauer. Krankheitserreger machten es ungenießbar. Es sei vergiftet mit Chemikalien der Fabriken. Es sei das Wasser der Überschwemmungen in den armen Ländern und das der Meere, das ansteige, weil die Erde sich erwärme.

Verbrauch vervierfacht


"Dieses Wasser ist bedroht und so eine Bedrohung des Lebens", weil Menschen es verschwendeten sowie verschmutzten und weil es ungerecht verteilt sei. Eine dritte Schale blieb leer, da in nahezu 30 Ländern ständig Wassermangel herrsche. Doch auch in Deutschland senke sich der Grundwasserspiegel und verschwänden Feuchtgebiete. Der Wasserverbrauch habe sich in den vergangenen 60 Jahren um das Vierfache erhöht. Der Mensch verschwende Wasser, weil er vergesse, dass es nicht selbstverständlich fließt.

Drei Prozent für Trinken


Die Pfadfinder Tizian Neubauer, Jonas Etterer, Miley Jahn, Annaluna Mancia Kuhbandner und Luca Kunnert verdeutlichten Schultes Zahlen, indem sie 10-Liter-Eimer zu den Altarstufen brachten. Durchschnittlich 130 Liter Wasser verbraucht der Mensch pro Tag, davon lediglich drei Prozent zum Trinken und Kochen.

Etwa in Äthiopien gebe es nicht einmal diese geringe Menge an Wasser, berichtete Stammesvorsitzende Kerstin Teufel. In einigen Regionen Deutschlands drohe ebenfalls Wasserknappheit. Nach zwei schneearmen Wintern und einem trockenen Sommer habe es in Gemeinden im Bayerischen Wald auch nicht mehr genug Trinkwasser gegeben.

Wassermangel sei einer der größten Bedrohungen der Menschheit, betonte die Vorsitzende. "Schon jetzt leiden über 2,7 Milliarden Männer, Frauen und Kinder jährlich für mindestens einen Monat unter Wassermangel." Jedem Christen müsse es ein Anliegen sein, den Wassermangel zu reduzieren. Zur Aufforderung "Die Schöpfung Gottes ist für alle da", "Jesu Botschaft heiße Gerechtigkeit" und "Quelle des Lebens und des Heils" brachten Helene Bauer, Timo Busch und Natalie Horn eine Kanne mit frischem Wasser und schütteten sie in die leere Schale.

Luca Kunnert, Tizian Neubauer, Annaluna Mancia Kuhbandner, Carina Otten und Jonas Etterer beteten um genügend Wasser für alle Menschen. "Lasst euch anstiften" stimmte "Wohin sonst?" an. Das Friedenslicht aus Bethlehem, das die Mitterteicher Pfadis in die Diözese geholt hatten und das Carina Otten zum Altar gebracht hat, nahmen die Besucher mit nach Hause. Am Sonntag brachte es Grillmeier nach Mockersdorf und Wirbenz in die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde.
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