Wegen Drogenschmuggels
Lange Haft für Neumarkter Schmuggler

Die zwei Neumarkter sollen 740 Kilogram Haschisch geschmuggelt haben - luftdicht eingeschlossen in Spezialwachs. Symbolbild: dpa
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Bayern
09.03.2016
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Mit einem simplen Trick haben sie jahrelang Rauschgiftfahnder und sogar Drogenspürhunde überlistet: Eine Schmugglerbande schloss Haschisch luftdicht in Wachs ein. Jetzt muss einer der Drogenkuriere für viele Jahre hinter Gitter.

Nürnberg. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte den 57-Jährigen am Dienstag zu 13 Jahren und 6 Monaten Haft. Der Neumarkter hatte nach Überzeugung des Gerichts zwischen 2007 und 2014 zusammen mit einem Komplizen insgesamt 740 Kilogramm Haschisch im Wert von rund einer Million Euro von Spanien über Deutschland nach Wien geschmuggelt. Die Drogen waren meist luftdicht in Spezialwachs eingeschlossen, damit Spürhunde sie nicht erschnüffeln konnten. Im Prozess hatte er nur den Schmuggel von 23 Kilogramm Haschisch zugegeben.

Mit dem Urteil folgte die Kammer weitgehend den Angaben eines Kronzeugen, einem Dealer aus Wien. Dieser habe den 57-Jährigen nicht übermäßig belastet, sondern teilweise sogar entlastet. Seine Aussage sei durch Details bestätigt worden, die erst später ans Licht gekommen waren - etwa der doppelte Boden eines Auto-Anhängers, in dem das Rauschgift geschmuggelt wurde. Für den Transport wurden die Drogen in flüssiges rotes Wachs getaucht und anschließend zwischen dünnen Holzplatten verschraubt.

Teil eines Drogenrings


Die beiden Oberpfälzer sollen Mitglieder eines internationalen Drogenrings gewesen sein. Auf die Spur kamen die Ermittler ihnen über einen Komplizen. In einem Keller in Wien entdeckten die Ermittler kiloweise Drogen - und an ihnen klebte rotes Wachs. Der Wiener Dealer, bei dem 93 Kilo Marihuana sowie Waffen und Munition gefunden wurden, bot sich 2015 schließlich als Kronzeuge an. Dabei erzählte er auch von seinen Neumarkter"Transporteuren".

Das Verfahren gegen den Komplizen des 57-Jährigen wurde inzwischen abgetrennt und muss neu aufgerollt werden. Der Anwalt des Mannes hatte zugleich ein in Wien inhaftiertes anderes Mitglied der Drogenbande vertreten. Die Strafprozessordnung verbietet jedoch die gleichzeitige Vertretung von mehreren derselben Tat Beschuldigten.
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