Weniger Austritte
Kirchen verlieren dennoch Zehntausende Mitglieder

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Bayern
16.07.2016
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München. (dpa/tos) Die christlichen Kirchen verlieren im Freistaat weiter an Boden. Die Zahl der Katholiken und Protestanten in Bayern sank 2015 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 66 000 auf gut 9 Millionen. In Bayern leben aktuell 12,8 Millionen Menschen. Damit ist der Anteil der Kirchenmitglieder weiterhin deutlich höher als im Bundesschnitt.

In den katholischen Bistümern Augsburg, Bamberg, Eichstätt, München und Freising, Passau, Regensburg und Würzburg lebten 2015 rund 6,6 Millionen Katholiken (minus 40 840 gegenüber 2014). Dies geht aus Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz hervor, die diese am Freitag veröffentlichte. Die Zahl der Protestanten ging laut Evangelisch-Lutherischer Kirche in Bayern von rund 2,5 auf 2,4 Millionen zurück.Die Zahl der Kirchenaustritte sank bei den Evangelischen von 28 401 auf 24 914, bei den Katholiken von 57 097 auf 53 318.

Dabei war der Anteil der Katholiken im Erzbistum München und Freising, die 2015 aus der Kirche austraten, im bayerischen Bistumsvergleich mit 1,2 Prozent am höchsten (absolut: 20 282 von 1 739 444 Millionen Katholiken 2014). Den niedrigsten Wert mit 0,56 Prozent verzeichnete Regensburg. Aufsteigend folgten Passau (0,57 Prozent), Würzburg (0,68), Eichstätt (0,69), Bamberg (0,75) und Augsburg (0,79).

In absoluten Zahlen verlor das Bistum Regensburg (rund 1,2 Millionen Katholiken) durch Austritte 6632 Menschen. "Das Bistum respektiert die Entscheidung der Ausgetretenen", hieß es am Freitag in einer Mitteilung. "Austritte verstehen wir als Ausdruck einer Glaubensüberzeugung, die nicht mehr in der Kirche zu Hause ist." Für "Verärgerte oder Ausgetretene" wurde ein Telefondienst unter 0151/57818237 und 01573/4878428 (im Juli und August von 9 bis 20 Uhr erreichbar) eingerichtet.

Bundesweit sank die Zahl der Katholiken und Protestanten 2015 im Vergleich zum Vorjahr um über eine halbe Million auf rund 46 Millionen. Laut Statistik lebten in Deutschland 23,76 Millionen Katholiken (minus 177 666) und 22,27 Millionen Protestanten (minus 357 359). Die Kirchenaustritte waren dabei spürbar rückläufig, teilten beide Kirchen mit.
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