Weniger Besucher auf der Wiesn
Existenzangst

Zur 183. Wiesn kamen wegen des regnerischen Wetters bisher weniger Besucher als bisher. Bis 3. Oktober läuft das Oktoberfest noch. Bild: dpa
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Bayern
24.09.2016
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Keine Trauben vor den Bierzelten. Kein Gedränge vor Fahrgeschäften. Fast beschaulich zeigt sich das Oktoberfest derzeit. Mancher atmet auf: Oft war es einfach zu voll. Mit einer Million Besucher weniger als sonst sähe die Festleitung eine erfolgreiche Wiesn.

München. Freie Tische, leere Straßen. Flaute auf dem größten Volksfest der Welt. Wahrscheinlich wird das am Ende die Gesamtbilanz drücken. Mehr als sechs Millionen Besucher gibt es seit Jahren. Aber die Festleitung fürchtet den Rückgang nicht. "Man hat auf der Wiesn auch mit fünf Millionen Besuchern eine stattliche Zahl. Alles über fünf Millionen ist eine erfolgreiche Wiesn", sagt Wiesnchef Josef Schmid (CSU).

Die Hauptschuld gibt die Festleitung dem miserablen Wetter an den ersten Tagen. Es schüttete wie aus Kübeln, statt Dirndl sah man Regenumhänge. Aber es ist nicht nur das. Viele haben lange überlegt, ob sie dieses Jahr auf das Volksfest gehen. Die Münchner Hotels hatten kurz vorher immer noch Zimmer frei. Der Amoklauf in München Ende Juli hatte die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt; Anschläge in Würzburg und Ansbach beunruhigen die Menschen.

Als Konsequenz steht die Wiesn unter den strengsten Sicherheitsvorkehrungen in ihrer mehr als 200-jährigen Geschichte. Das Sicherheitskonzept sei viel zu strikt und habe die Besucher vergrault, empörten sich Schausteller nach dem verpatzten Wiesn-Auftakt. Fahrgeschäfte blieben im Regen fast leer. Manche hätten am ersten Wochenende nur 25 Euro Umsatz gemacht, berichtete Edmund Radlinger, Vorsitzender des Münchner Schaustellerverbandes. Existenzangst habe sich breit gemacht.

Mittlerweile strömen die Besucher bei Sonne und mildem Herbstwetter doch hinaus auf das Festgelände, aber es blieb bis Freitag beschaulich. "Ich fühle mich sicher", sagen viele.
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