Willem-Alexander und Máxima zu Besuch in Bayern
Niederländische Royals in München

Der niederländische König Willem-Alexander und Königin Máxima besuchten am Mittwochmorgen zunächst die Alte Pinakothek in München. Dabei durften sie kurz aus dem Rahmen fallen. Bilder: dpa
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Bayern
14.04.2016
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Das königliche Paar wurde vor der Residenz begeistert begrüßt.

Wer zum Staatsbesuch nach Bayern kommt, den erwarten landestypische Eigenarten - das holländische Königspaar ist da keine Ausnahme. Nach Lebkuchen und Gesang geht es aber auch um die Flüchtlingspolitik.

München. Ein Lebkuchenherz und ein Ständchen für das royale Paar: Der niederländische König Willem-Alexander (48) und Königin Máxima (44) sind bei ihrem Besuch in Bayern landestypisch begrüßt worden. Eine Frau überreichte in München ein großes Herz mit den Namen der beiden, der Tölzer Knabenchor sang "echtes Deutsches und Abendländisches Liedgut", wie es in einer Mitteilung des Chores hieß.

Später wurde das Paar von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und seiner Frau Karin begrüßt. Auf dem Platz vor der Münchner Residenz zeigten sich König und Königin bei strahlendem Sonnenschein gut gelaunt, schüttelten Hände und machten Selfies mit Fans.

Bei seiner Rede während eines festlichen Mittagessens (Hauptspeise: Medaillon vom Oberländer Rind, vanillierte Karotte und Kartoffelmousseline) wurde es aber auch politisch. Willem-Alexander sprach sich in der Flüchtlingspolitik für eine engere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene aus.

Viele warme Worte


"Wir wissen, dass Ihr Freistaat Großes leistet, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht. Wir wissen, wie viel den Bürgern Bayerns abverlangt wird", sagte er. "Darum ist gut, dass wir enger zusammenstehen." Der König fand so viele warme Worte für Bayern, dass Ministerpräsident Seehofer nach der Rede des Königs noch einmal ans Mikrofon trat, um zu verkünden, so nett habe lange niemand mehr über den Freistaat gesprochen - die Rede werde umgehend gebunden und im Landtag ausgelegt.

Vorher hatte das Königspaar in der Alten Pinakothek in München, wo einst schon die britische Queen Elizabeth II. zu Gast war, den "Holländer-Saal" eröffnet und war bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen der Pinakothek und dem Centraal Museum in Utrecht über eine gemeinsame Ausstellung mit dem Titel "Utrecht, Caravaggio und Europa" dabei. In der "BMW-Welt" präsentierte BMW-Chef Harald Krüger ein Mini-Cabrio in der niederländischen Nationalfarbe Orange. Einige niederländische Mitarbeiter schüttelten dem Königspaar die Hand.

Nach dem Mittagessen sollte es für das königliche Paar auf den Viktualienmarkt, ins Deutsche Museum und zu einem Besuch bei Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) im Rathaus gehen. Für heute ist die Weiterreise nach Nürnberg und Erlangen geplant.

Skepsis gegen Monarchie


In Deutschland hat der eigene Adel fast ein Jahrhundert nach dem Ende der Monarchie eigentlich einen schweren Stand. Mehr als zwei Drittel der Deutschen (72 Prozent) sind gegen ein deutsches Königshaus. Das hat eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts You Gov unter 1041 Teilnehmern ergeben. 16 Prozent der Befragten würden eine deutsche Monarchie befürworten - 12 Prozent waren unentschlossen.

Königliches MenüWas essen Könige zu Mittag? Darüber brüten die Sterne-Köche Andree Köthe und Yves Ollech vom "Essigbrätlein" schon länger. Sie haben die Ehre, Máxima und Willem-Alexander bei ihrem Arbeitsbesuch am Donnerstag in Nürnberg zu verköstigen. Die Majestäten, so heißt es, sind nicht "gnärschig", sondern offen für alles. Deshalb ließ die Stadt den Spitzenköchen freie Hand. Köthe will seine Küche so präsentieren, wie sie ist: gemüselastig, modern, "gewürzig", regional. Seine sechsköpfige Mannschaft bereitet ein Vier-Gänge-Menü zu: feinduftiges Zitronenkraut, fränkischer Spargel, Blattschulter vom Rind mit Kopfsalat und als Dessert ein Petersilien-Eis im Saft aus Sauerampfer und Eisenkraut. Wohl bekomm's! (gük)
Wir wissen, dass Ihr Freistaat Großes leistet, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht. Wir wissen, wie viel den Bürgern Bayerns abverlangt wird.Der niederländische König Willem-Alexander
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