Wintereinbruch und klirrende Kälte

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Bayern
20.12.2014
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Der Wintereinbruch kommt oft überraschend und mit voller Wucht. Schnee, Eis und Minusgrade haben auch Auswirkungen auf das Haus. Experten geben Tipps, was zu tun ist, wenn dicke Schneelasten auf dem Dach liegen, Rohre einfrieren und die Regenrinne verstopft ist.

(dpa/tmn) Zieht der Winter mit voller Wucht über das Land, machen frostige Temperaturen, Schneemassen und Eiszapfen dem Haus Probleme. Experten erklären, was zu tun ist, wenn...

...eine dicke Schneedecke auf dem Dach liegt:

Schnee auf dem Dach kann die Standsicherheit gefährden. "Die Hausbesitzer müssen daher wissen, wie viele Kilogramm Schnee die Konstruktion tragen kann", erklärt Statiker Professor Norbert Gebbeken, Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. "Schon 10 Zentimeter nasser Schnee bedeuten fast 100 Kilogramm pro Quadratmeter - etwa die übliche Schneelast von Dächern in München."

Aber die Werte variieren von Region zu Region. Angaben dazu finden Hausbesitzer im sogenannten Standsicherheitsnachweis des Daches. "Sie müssen aber beachten, dass nicht die Dicke eines Schneebretts, sondern sein Wassergehalt entscheidend für das Gewicht ist", erläutert Prof. Gebbeken.

Handeln müssen Hausbesitzer, wenn sich das Dach sichtbar verformt, Fenster oder Türen klemmen oder der Putz Risse bekommt. "Laien sollten Dächer allerdings nicht betreten - das ist viel zu gefährlich." Dachdecker übernehmen das vorsorgliche Räumen, die Feuerwehr hilft nur bei akuter Einsturzgefahr.

...Schnee auf der Solaranlage liegt?

Das ist kein Problem. "Fachgerecht installierte Solaranlagen kommen mit mitteleuropäischen Schneeverhältnissen klar", erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft in Berlin. Auf keinen Fall sollten Hausbesitzer selbst die Module auf dem Dach von Schnee befreien. Die Unfallgefahr sei einfach zu groß. Das Räumen sei gar nicht notwendig: Die Module sind in der Regel schräg installiert, sodass der Schnee leicht von der glatten Glasfläche rutschen kann. Und sei erst eine Stelle aufgetaut, erwärme sich das Modul direkt und taue schnell ganz ab.

...Schneeberge sich direkt am Haus auftürmen?

Schneeverwehungen an der Fassade sowie an Terrassen- sowie Balkontüren werden am besten weggeräumt. Denn taut die Masse auf, läuft das Tauwasser oft durch Türen ins Haus oder durchnässt das Mauerwerk, so der Verband Privater Bauherren.

...Regenrinnen verstopft sind?

Das kann heikel werden. Vermutlich hat Herbstlaub die Rinne verstopft, und aufgestautes Regenwasser ist gefroren. Nun kann die Rinne platzen, erläutert der Immobilienverband IVD. Wichtig ist, die aufgetaute Rinne an warmen Tagen freizuräumen. Nicht nur eine geplatzte Rinne ist ein Problem. Schlimmer ist es, wenn Wasser durch ein Loch permanent auf eine Stelle der Fassade tropft. Das könne die Bausubstanz zerstören und die Dämmwirkung der Fassade beeinträchtigen, erläutert IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick. Durch die Feuchtigkeit, die in die Konstruktion gelange, könne sich auch Schimmel bilden.

...Wasserrohre eingefroren sind?

Diese Rohre können platzen. Daher gilt: Nicht benötigte Wasserleitungen in- und außerhalb des Hauses müssen vor Wintereinbruch entleert werden. Im Haus läuft am besten auch in unbewohnten Räumen auf kleiner Stufe die Heizung, damit Frostschäden vermieden werden, empfiehlt Jürgen Buck, Vorstand der Organisation Geld und Verbraucher.

Ist eine Wasserleitung doch eingefroren, muss zunächst der Hahn der Zuleitung abgesperrt werden, erklären die Experten der Berliner Wasserbetriebe. Dann wird mit handwarmem Wasser die Leitung aufgetaut, nicht aber mit einem Heizgerät oder einer offenen Flamme. Das kann ein Feuer entfachen.

Die Experten raten dazu, die Rohre nicht in Eigenregie aufzutauen, sondern einen Sanitärexperten zu beauftragen. Außerdem sollten Frostschäden an der Anschlussleitung - also am Rohr, das von der Straße zum Wasserzähler führt - und am Wasserzähler selbst dem Entstörungsdienst der lokalen Wasserbetriebe gemeldet werden.

...Eiszapfen am Dach wachsen?

Eiszapfen sind gefährlich. Hausbesitzer müssen den Bereich unter dem Dach absperren, damit keine Menschen von herabfallenden Eiszapfen verletzt werden. Das betont der Verband Privater Bauherren. Denn der Hausbesitzer habe eine Verkehrssicherungspflicht. Er müsse dafür sorgen, dass durch seine Immobilie und auf seinem Grundstück keiner zu Schaden kommt.

Wer die Möglichkeit hat, kann die Eiszapfen abschlagen. Aber auch hier gilt: Nicht aufs Dach klettern und sich selbst in Gefahr bringen.
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