Wintereinbruch zum meteorologischen Frühlingsbeginn
Frust und Frost statt Frühling

Farbenfroh ist hier nur der bemalte VW-Bus: Der richtige Frühling lässt trotz meteorologischen Beginns weiter auf sich warten. Bild: dpa
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Bayern
02.03.2016
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Für die Meteorologen beginnt am 1. März der Frühling. Doch holt ausgerechnet jetzt der Winter nach, was er bisher versäumt hat. Vor allem am Alpenrand schneit es seit Montag ergiebig. Am Dienstag machen schneeglatte Straßen Autofahrern zu schaffen.

München/Nürnberg. Der Winter schlägt dem Frühling ein Schnippchen - und schuld ist Tief "Zissi". In weiten Teilen Bayerns schneite es teils ergiebig. Vor allem am Alpenrand fielen in der Nacht zum Dienstag teils mehr als zehn Zentimeter Schnee. Die Folge waren erhebliche Verkehrsbehinderungen im morgendlichen Berufsverkehr. Bei Unfällen wurden nach einer Übersicht der Polizei mehrere Menschen verletzt, in den meisten Fällen blieb es aber bei Blechschäden.

Ein Kraftfahrer (51) aus Schwarzenfeld (Kreis Schwandorf) befuhr mit einem 40-Tonner-Sattelzug die rechte Fahrspur der zweispurigen A 93. Als er an der Anschlussstelle Thiersheim in Fahrtrichtung Holledau einen Sattelzug erkannte, der in die Autobahn einfahren wollte, wechselte er auf den linken Fahrstreifen, um diesem das Einfahren zu ermöglichen. Bei Schneetreiben und auf mit Schneematsch bedeckter Fahrbahn kam der Sattelzug des 51-jährigen allerdings ins Schlingern und streifte mit der linken Fahrzeugseite die Mittelschutzplanke. Der Fahrer konnte seinen Lkw nur noch auf den Standstreifen lenken.

Fahrzeugtank aufgerissen


Bei der Kollision mit der Leitplanke wurde der Fahrzeugtank aufgerissen und es liefen rund 150 Liter Dieselkraftstoff aus. Feuerwehr und Autobahnmeisterei verhindern, dass der Grünstreifen mit Kraftstoff verunreinigt wurde. Der Schaden an der Leitplanke und dem verunglückten Sattelzug wird auf 2000 beziehungsweise 15 000 Euro geschätzt. Das Fahrzeug musste abgeschleppt werden.

Von einem "kurzen Aufbäumen" des Winters sprach die Polizei auch in Oberfranken. Insbesondere in den Höhenlagen des Fichtelgebirges und des Frankenwaldes habe es zahlreiche Verkehrsunfälle gegeben, die aber meist glimpflich verliefen. Neben mehreren Leichtverletzten gibt es auch knapp 500 000 Euro Schaden zu beklagen. Auf den oberfränkischen Autobahnen, wie der A 70 bei Scheßlitz, kam es wegen liegengebliebener Lastwagen zu erheblichen Behinderungen und langen Staus.

Unfälle im Fichtelgebirge


In Hof an der Saale geriet ein Räumfahrzeug am Montagabend auf glatter Fahrbahn ins Rutschen. Der Räumschild des Traktors rammte drei geparkte Autos. Der Schaden beträgt 40 000 Euro.

Am Münchener Flughafen mussten beide Pisten geräumt werden, es gab Verspätungen im Flugplan. Auf praktisch allen Autobahnen und Bundesstraßen Richtung Landeshauptstadt gab es am Dienstagmorgen lange Staus. Auf der Ostumgehung wurde ein Winterdienstfahrer (26) zum Lebensretter. Er sah am Montagabend bei heftigem Schneefall einen am Fahrbahnrand liegenden Mann und alarmierte den Rettungsdienst. Der Fußgänger (44) hatte offenbar nach einer Mitfahrgelegenheit gesucht und Herzprobleme bekommen. Laut Polizei war er bereits eingeschneit und unterkühlt. Er wurde in eine Klinik gebracht.

Meteorologen: Weiter Schnee und RegenBis zum Nachmittag sollte es vor allem in Südbayern weiter schneien, und ein neuer atlantischer Tiefausläufer steht schon in den Startlöchern. Er bringt zunächst bis in tiefe Lagen Schnee, dann vorübergehend bis in die Hochlagen Regen. Von Mittwochabend an gehe der Regen wieder in Schnee über, so die Prognose des Deutschen Wetterdienstes. Auch für den Rest der Woche ist eher nasskaltes Wetter mit Regen, Schnee und Graupelschauern angesagt. Sogar kurze Gewitter sind möglich. Der Frühling lässt weiter auf sich warten. (dpa)
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