Wirbel um Sicherheitskonzept
Bayreuther Festspiele „nicht gefährdet“

Für die Richard Wagner gewidmeten Bayreuther Festspiele (im Bild die Büste von König Ludwig II. vor dem ehemaligen Wohnhaus Wagners) hat die Stadt in diesem Jahr ein erweitertes Sicherheitskonzept aufgelegt. Einige Maßnahmen stoßen dabei auch auf Kritik. Bild: dpa
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Bayern
23.07.2016
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Die Polizei in Oberfranken hat wenige Tage vor Beginn der Bayreuther Festspiele keine Hinweise darauf, dass die Sicherheit der Stadt oder der Veranstaltung gefährdet sind. "Das kann ich mit gutem Gewissen sagen", sagte der Polizeipräsident Reinhard Kunkel.

Bayreuth. Es gehe bei dem verschärften Sicherheitskonzept aber darum, Gefahr von außen abzuwehren - vom Publikum gehe keine aus. "Dementsprechend abgestuft und sensibel müssen unsere Schutzmaßnahmen sein." Die Maßnahmen in den vergangenen Monaten hatten Aufmerksamkeit erregt und auch Kritik ausgelöst. "Das ist ein Einsatz, in dem wir vom Auftreten der Polizei in Anzahl und Art in besonderer Form im Fokus stehen", sagte Kunkel. "Aber: Wir wollen keine Polizeifestspiele - wir wollen Wagner."

Mitarbeiter überprüft


Angesichts der latenten Terrorgefahr bei Großveranstaltungen hatte die Stadt die Sicherheit rund um die Festspiele verschärft. Die Bayreuther Polizei äußerte in dieser Woche bei 35 Mitarbeitern rund um die Festspiele Sicherheitsbedenken. "Wir haben die Personalien überprüft und haben dann die entsprechenden Empfehlungen ausgesprochen, diese Personen nicht im sicherheitsrelevanten Bereich einzusetzen", sagte ein Polizeisprecher. Grund dafür seien im polizeilichen System registrierte Delikte der Betroffenen.

"Es sind vorwiegend Gewaltdelikte, also keine Ladendiebstähle oder solch kleinen Dinge", sagte der Polizeisprecher. Die Empfehlungen der Polizei, die der Festspielleitung mitgeteilt wurden, betreffen Mitarbeiter der Festspiele und externe Arbeitnehmer wie zum Beispiel Wachleute.

"Wir haben jetzt teilweise Akkreditierungen entzogen und teilweise nicht", sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Festspiele, Holger von Berg. Die Entscheidungen seien aber nicht abhängig von den Delikten, die ihm auch gar nicht bekannt seien. Wem die Leitung nun keinen Zutritt gewährt, sagte er nicht - nur so viel: "Was unsere eigenen Mitarbeiter betrifft, bin ich im Gespräch mit dem Betriebsrat." Er sehe allerdings keinen akuten Handlungsbedarf angesichts der Sicherheitslage.

Der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri hatte die Überprüfungen als "erhebliche Eingriffe in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung" kritisiert. Das Festspielhaus ist seit Wochen eingezäunt. Wer es betreten will, braucht einen Sonderausweis. Diesen erhält nur, wer erlaubt, dass seine Daten von der Polizei überprüft werden.

Einen Zusammenhang zwischen der Angst vor Anschlägen und einer vermeintlich islamkritischen "Parsifal"-Inszenierung hatte Regisseur Uwe Eric Laufenberg bestritten. Mit dem "Parsifal" werden die Festspiele am Montag (25. Juli) eröffnet.
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