Wollmäuse und Staub-Vulkane

Das ist Staubforscher und Umweltwissenschaftler Jens Soentgen von der Universität in Augsburg. In der Hand hält er flüssigen Stickstoff. Bild: Universität Augsburg
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Bayern
22.10.2014
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Unter dem Bett, auf dem Schrank - überall sitzt Staub. Auch in der Stadtluft schwirren ständig Staubkörner umher. Forscher untersuchen die Teilchen. Sie wollen zum Beispiel herausfinden, wie weniger des gefährlichen Staubes entsteht.

Mit den Wollmäusen unter dem Bett hat er bei seiner Arbeit wenig zu tun. Dabei ist Jens Soentgen Staubforscher. dpa-Nachrichten für Kinder erzählt er, was ein Staubforscher macht, und warum Staub manchmal gut tut.

Wo arbeitet denn ein Staubforscher - in einer staubigen Wüste?

Jens Soentgen: Nein, das nicht. Meist arbeite ich mit meinem Team in einer Art riesigem Staubsauger. Wir nennen ihn Mess-Container. Er sieht ähnlich aus wie ein Schiffs-Container. Er steht in der Stadt Augsburg im Süden von Deutschland. Es ist ziemlich laut dort, weil viele Pumpen laufen.

Was machen Sie in diesem Container?

Jens Soentgen: Wir saugen Luft auf und filtern sie. Danach bleiben nur die feinsten Staubkörner übrig. Die gucken wir uns dann an. Dazu brauchen wir komplizierte Maschinen. Wir lassen zum Beispiel Lichtstrahlen auf die Körner fallen. So können wir sie zählen.

Was wollen sie damit herausfinden?

Jens Soentgen: Ich interessiere mich vor allem für die Luft in der Stadt. Unsere Stadt ist nämlich wie ein riesiger Staub-Vulkan. Überall brennt und raucht es: aus den Schornsteinen, den Fabrik-Öfen oder aus dem Auspuff des Autos. Man findet viel Ruß in der Luft. Es gibt Staubteile, die sind so klein, dass sie bis in die Lunge hineinfliegen. Das ist ungesund. Menschen mit der Krankheit Asthma haben es in der Stadt schwer und husten viel. Wir erforschen den Staub genau deshalb. Wir wollen herausfinden, wie unsere Luft sauberer wird."

Und wie klappt das?

Jens Soentgen: Wir sollten häufiger das Rad nutzen oder mit dem Bus fahren. Unsere Untersuchungen haben gezeigt: Sonntags finden wir in unseren Filtern viel weniger Staubteilchen. Das liegt daran, dass da nicht so viele Menschen mit dem Auto zur Arbeit fahren.

Ist Staub immer schlecht?

Jens Soentgen: Es gibt auch guten Staub. Zum Beispiel am Meer. Im Wasser sammeln sich viele gesunde Bestandteile: Salze oder Jod. Das tut Vielen gut. Und über den Blütenstaub auf dem Land freuen sich die Pflanzen. So können sie sich vermehren.

Putzen Sie denn zu Hause viel Staub?

Jens Soentgen: Ehrlich gesagt: Nein. Ich bin da entspannt. Den Kampf gegen den Staub können wir ja eh nicht gewinnen. Er kommt immer wieder.

Was finden Sie toll an Staub?

Jens Soentgen: Er ist faszinierend. Es sind die kleinsten Teilchen, die für uns bei Sonnenlicht mit dem Auge gerade noch sichtbar sind. (dpa)
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