Wunden bleiben
Lange Haftstrafe für Entführer von Bankiers-Frau

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Bayern
23.03.2016
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München. Sechs Jahre und zehn Monate Haft hat das Landgericht München am Dienstag gegen den Entführer einer Bankiers-Ehefrau verhängt. Es sprach den 53-jährigen mittellosen Thailand-Auswanderer der Freiheitsberaubung, des erpresserischen Menschenraubs und der versuchten schweren räuberischen Erpressung schuldig. Der Mann hatte die 46 Jahre alte Frau im Juni 2015 in ihrem Haus in Ottobrunn nahe München gekidnappt und 2,5 Millionen Euro Lösegeld gefordert. Sie konnte sich jedoch auf einem Parkplatz losreißen und fliehen. Den zwölfjährigen Sohn ließ der Mann im Haus der Familie mit Kabelbindern an die Heizung gefesselt zurück. Mildernd wertete die Kammer, dass der Mann bisher nicht vorbestraft war, wenig professionell vorging, ein Geständnis abgelegt und sich entschuldigt hatte. Er habe den Plan zur Tat gefasst, nachdem er in Thailand eine Diagnose bekam, die ihn fürchten ließ zu erblinden - eine Behandlung hätte er sich nicht leisten können. Die Vorsitzende Richterin Sigrun Broßardt sagte auch, dass die Familie bis heute mit den psychischen Folgen kämpfe. "Die Familie wird wohl noch längere Zeit unter dem Eindruck der Tat leiden." Der Sohn konnte den Erpresserbrief lesen, in dem eine angebliche "Islamische Front" androhte, die Mutter zu verkaufen oder zu ertränken.

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