Zahl der Notrufe und der Wanderer nimmt zu
Bergretter öfter im Einsatz

Beamte der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) der bayerischen Polizei üben an der Kampenwand bei Aschau die Rettung eines Verletzten. Archiv: dpa
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Bayern
21.09.2016
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Immer öfter rufen Wanderer und Bergsteiger in den Bergen die Rettungskräfte per Handy zu Hilfe. Rund 80 Prozent aller Notrufe gingen in den vergangenen zwei Jahren per Mobiltelefon ein, berichteten der Deutsche Alpenverein (DAV) und die Bergwacht Bayern am Dienstag in München.

München. 2002 und 2003 waren es demnach erst 56 Prozent. Menschen alarmierten die Retter immer öfter frühzeitig per Handy, bevor sich tatsächlich ein schwerer Unfall ereigne, sagte Christoph Hummel von der DAV-Sicherheitsforschung. Grundsätzlich sei der Anruf beim Rettungsdienst immer richtig, wenn man sich in Not fühle, sagte Bergwachtsprecher Roland Ampenberger. Bergsportler könnten so rechtzeitig aus einer Notsituation gerettet werden, bevor es zu einem schweren Unfall komme.

Allein in Bayern verzeichneten die Bergretter im vergangenen Jahr rund 8150 Einsätze. Nur im Jahr 2013 gab es noch mehr Notfälle. Besonders im Sommer habe die Zahl der Notfälle zugenommen. Binnen zehn Jahren stiegen die Unfallzahlen zur warmen Jahreszeit in den bayerischen Bergen von gut 1500 auf mehr als 2500 an. Zum einen seien mehr Menschen in den Bergen unterwegs, sagte Bergwachtsprecher Ampenberger.

Gute Vorbereitung der Tour


Zum anderen gebe es immer mehr ausdifferenzierte Sportarten vom Wandern über Canyoning und Mountainbiken bis zum Klettersteiggehen. Außerdem sorge der Klimawandel dafür, dass Sommersportarten länger möglich seien.

Eine angemessene Tour auswählen und diese dann vernünftig planen: Wer sich entsprechend vorbereitet, kann Unfälle im Gebirge vermeiden. In die Praxis umgesetzt wird dieser Grundsatz oft aber nicht: "Viele Wanderer muten sich Dinge zu, denen sie nicht gewachsen sind", erklärt Thomas Bucher vom DAV in München."Wenn ich nicht weiß, was ich kann, suche ich mir eine leichte und kurze Tour" - das kann etwa die Wanderung zu einer Hütte sein. Doch viele Unerfahrene wagen sich an Bergtouren, die sie letztlich überfordern - etwa an der Zugspitze oder am Watzmann.

Richtige Kleidung


Eine gute Planung und richtige Selbsteinschätzung sind für Wanderer in den Alpen am wichtigsten, sagt Bucher. Den Wetterbericht zu kennen, ist stets Pflicht und jetzt im Herbst besonders wichtig: "Es kann Wintereinbrüche mit Schnee ab 1500 Metern geben." Zudem sei es in der Nacht und in der Früh viel kälter als am Tag. Dadurch kann es im Schatten sehr rutschig sein: "Alles ist feucht und nass." Schnee bleibt in Schattenlagen schon liegen: "Bei der Planung der Tour muss ich mich darauf einstellen und auch die richtige Kleidung mitnehmen."
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