Zugunglück in Bad Aibling
Schwierige Aufräumarbeiten

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes im Flutlicht bei den Bergungsarbeiten an der Zugstrecke. Bild: dpa
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Bayern
11.02.2016
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Nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling ist die Zahl der Toten auf elf gestiegen: Ein 47 Jahre alter Mann aus dem Kreis München erlag seinen Verletzungen. Die Bergung der beiden Zugwracks gestaltet sich unterdessen mehr als kompliziert.

Bad Aibling. Die Aufräumarbeiten nach dem Zugunglück in Bad Aibling kommen nur langsam voran - auch die Ermittlungen nach der Ursache der Kollision sind noch lange nicht am Ende. Während die Experten am Donnerstag Signale untersuchen, Beteiligte befragen und die Wracks auseinanderzogen, steht für die Betroffenen die psychische Bewältigung der Katastrophe im Vordergrund.

Für das Wochenende ist in Bad Aibling ein ökumenischer Gottesdienst geplant, ein weiterer speziell für die Rettungskräfte soll folgen. In ganz Bayern ist für Sonntag zudem Trauerbeflaggung angeordnet. An sämtlichen staatlichen Dienstgebäuden sollen die Flaggen auf halbmast wehen, wie die Regierung von Oberbayern am Donnerstag mitteilte. Die Gemeinden, Landkreise und der Bezirk sowie die übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts wurden gebeten, in gleicher Weise zu verfahren.

Bergung bis Sonntag


Die Fachleute arbeiten derweil mit schwerem Gerät an der Bergung der Zugwracks. Am Donnerstag zogen sie fünf noch fahrfähige Waggons zu den nächstgelegenen Bahnhöfen. Die Arbeiten sollen nach Angaben der Deutschen Bahn spätestens am Sonntag abgeschlossen werden. Der Betreiber der betroffenen "Meri- dian"-Züge, die Bayerische Oberlandbahn, ist optimistischer: "Wir rechnen damit, dass die Arbeiten noch ein, zwei Tage dauern werden, wahrscheinlich bis Samstag", sagte Geschäftsführer Bernd Rosenbusch.

Die Aufräumarbeiten werden auch dadurch erschwert, dass die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante liegt, die steil zu einem Kanal abbricht. Derweil wurde das zuvor noch nicht bekannte zehnte Todesopfer identifiziert. Es handelt sich um einen 38-jährigen Mann aus dem brandenburgischen Kreis Spree-Neiße, wie die Polizei mitteilte. Sie aktualisierte zudem die Zahl der Verletzten: Demnach gibt es 20 Schwerverletzte und 62 Leichtverletzte. Die zehn weiteren Todesopfer sind Männer aus der Region. Im Gedenken an die Opfer liefen die Mannschaften in den Viertelfinalspielen des DFB-Pokals am Dienstag und Mittwoch mit Trauerflor auf, zuvor gab es Gedenkminuten.

Keine konkreten Hinweise


Die Frage nach der Ursache stand für viele auch am Donnerstag im Mittelpunkt. Ergebnisse gab es noch keine. "Wir haben zwei Komponenten, in denen wir ermitteln: Die technische Seite und die menschliche Seite", erläuterte ein Polizeisprecher. Derzeit würden die Signalanlagen untersucht und die zwei bereits gefundenen Blackboxes ausgewertet. "Wenn man zu dem Ergebnis käme, dass es keine Hinweise auf technisches Versagen gäbe, würde man die Ermittlungen eher auf die menschliche Seite richten." Doch derzeit gebe es noch keine Hinweise, in welche Richtung sich der Fokus verschieben werde.

Blackboxes noch nicht gefundenDer dritte Fahrtenschreiber aus den Zugwracks in Bad Aibling wird weiter gesucht. "Es geht sehr langsam voran, weil es sehr schwierig ist, diese beiden ineinander verkeilten Zuggarnituren voneinander zu trennen", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. "Wir hoffen, dass wir heute, vielleicht morgen an die Blackbox herankommen." Die Fahrtenschreiber zeichnen ähnlich wie in Flugzeugen wichtige Informationen während der Fahrt auf. Nach Angaben von Transdev, dem Mutterkonzern des Meridian-Betreibers Bayerische Oberlandbahn, gibt es zwei unterschiedlich lange Meridian-Garnituren. In den dreiteiligen Zügen sei ein Fahrtenschreiber verbaut, in den sechsteiligen Zügen befinden sich zwei Blackboxes. "Die Geräte befinden sich in den Triebfahrzeugköpfen", so die Pressestelle. (dpa/räd)
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