Zuschlag sichert Geburtshilfe

"Wir gehen davon aus, dass wir uns nun zügig mit den Krankenkassen über die Höhe des Zuschlags einigen können." Zitat: Geschäftsführer Martin Schmid
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Bayern
22.07.2016
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Die finanziellen Verluste sind enorm. Die Geburtshilfestation am Klinikum Fichtelgebirge arbeitet defizitär. Schuld ist die niedrige Geburtenzahl. Doch jetzt gibt es einen Lichtblick. Das Klinikum Fichtelgebirge erhält eine Zusage für einen Zuschlag.

Marktredwitz. Die gute Nachricht für die Geburtshilfe erreichte das Klinikum Fichtelgebirge aus dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Es erkennt an, dass die geburtshilfliche Abteilung in Marktredwitz für die Versorgung der Bevölkerung notwendig ist. Das Ministerium hat dem Klinikum einen sogenannten Sicherstellungszuschlag zugesagt. Diese Finanzhilfe gibt es, weil die Geburtshilfe in Marktredwitz defizitär arbeitet und aufgrund der demografischen und rechtlichen Situation auch keine schwarze Zahlen schreiben kann, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ohne die Geburtshilfe drohe eine Unterversorgung der Schwangeren im Landkreis Wunsiedel. Würde die Geburtshilfe in Marktredwitz schließen, müssten Patientinnen aus Weißenstadt, Tröstau oder Hohenberg an der Eger deutlich mehr als 30 Minuten bis zum nächsten Krankenhaus mit geburtshilflicher Abteilung fahren. Die rechtlichen Voraussetzungen seien erfüllt, dass zunächst das geburtshilfliche Defizit aus dem Jahr 2013 durch die Krankenkassen ausgeglichen werde. In ländlichen oder strukturschwachen Regionen können ganze Abteilungen durch ein geringeres Patientenaufkommen mitunter nicht kostendeckend wirtschaften. Im Fall der Marktredwitzer Geburtshilfe ist eine vergleichsweise niedrige Geburtenrate im Landkreis Wunsiedel mitverantwortlich. Kommen in Bayern im Schnitt 8,72 Kinder pro 1000 Einwohner zu Welt, sind es im Landkreis Wunsiedel nur 5,97.

Martin Schmid, Geschäftsführer des Klinikums Fichtelgebirge, erklärt: "Der demografische Wandel setzt uns zu. Um aber eine zukünftige Unterversorgung zu verhindern, gibt es im Krankenhausfinanzierungsgesetz das Instrument des Sicherstellungszuschlags, der die Verluste von betroffenen Krankenhäusern in benachteiligten Regionen durch einen Zuschlag abmildern soll. Damit kann unsere Geburtshilfe weiterbestehen und den Familien wird eine lange und nervenaufreibende Anfahrt erspart."

Die Verluste der Geburtshilfe lagen im Jahr 2013 im sechsstelligen Euro-Bereich. "Wir gehen davon aus, dass wir uns nun auf Basis dieses Bescheids zügig mit den Krankenkassen über die Höhe des Zuschlags einigen können und die Verluste so mitgetragen werden", erläutert Schmid die nächsten Schritte. Neben dem Klinikum Fichtelgebirge hat die Arberlandklinik in Zwiesel (Landkreis Regen) als erstes Klinikum in Bayern einen Sicherstellungszuschlag für die Geburtshilfe zugesprochen bekommen.

Wir gehen davon aus, dass wir uns nun zügig mit den Krankenkassen über die Höhe des Zuschlags einigen können.Geschäftsführer Martin Schmid
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